Generalprobe

TitelbildSo, den letzten längeren Lauf und damit die Generalprobe habe ich jetzt auch hinter mir.

Das Equipment habe ich erfolgreich ausprobiert:

Ich weiß was ich anziehe

  • die Hose die ich beim letzten Marathon erfolgreich getestet habe
  • dass T-Shirt kommt wegen der Rundum-Reflektoren vom Veranstalter
  • die Stirnlampe ist ebenfalls Pflicht und ich musste sie neu kaufen, da meine statt der vorgeschriebenen 120 Lumen nur 90 hatte.
  • das Buff brauche ich, damit die Stirnlampe nicht so nervt
  • ohne meine Pearls laufe ich in nächster Zeit keinen Marathon

Und ich weiß, was ich mitnehmen werde

  • meine Armlinge, wenn es dann gegen später kühl wird
  • Powershots von Powerbar, das hat beim letzten Mal ganz gut funktioniert und ich hab sie gut vertragen, außerdem lassen sie sich gut dosieren
  • einen Ersatzakku, da die Stirnlampe lange genug leuchten muss
  • mein Handy als MP3-Player mit den Ansporn-Songs von Freunden und um für Notfälle gerüstet zu sein (das Starterfeld ist mit weniger als 200 Startern ziemlich klein, ich rechne damit, zwischendurch alleine zu sein)
  • meinen Flipbelt, damit ich alles transportieren kann, ohne das es stört. (und ja er ist Pink – aber er ist so praktisch, dass ich mit diesem knalligen Geburtstagsgeschenk gut leben kann)

Außerdem hat sich beim späten Lauf gestern Abend meine Vorahnungen bestätigt, das man im Dunkeln einfach konzentrierter laufen muss, damit man die Schritte richtig setzt und nicht hängen bleibt. Das wird sich dann irgendwann auf das Tempo auswirken.
Im großen und ganzen bin ich mit dem Testlauf von gestern ganz zufrieden. Er hat mir noch einmal Sicherheit gegeben, dass ich mich wohlfühle beim Laufen und dass ich mich motivieren kann dabeizubleiben.
Ich bin zwar nicht richtig ins Tempo reingekommen und hab meinen Tritt nicht ganz so leicht gefunden, aber der Pulsbereich war die ganze Zeit in Ordnung und das Gefühl war dafür auch ok.
Außerdem sind Polar und ich uns einig: mein Running Index steigt seit Wochen nur noch und mein Fitness-Level ist Exzellent.

Running Index

Alles in allem also ein gelungener letzter langer Lauf, ich bin zufrieden und freue mich einfach nur noch! Der Iller-Marathon kann kommen. Heute in einer Woche stehe ich im Startblock! Denkt an mich -ich bin sicher, dass ich das merke!

 

 

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Tapering – Gummibänder am Bauch

Bild

Es ist echt nicht mein Ding, runter zu fahren und zu viel Zeit zum Nachdenken zu haben. Ich stehe momentan so unter Strom, dass mir das nicht richtig gelegen kommt. Ich brauch den Sport eigentlich um abzuschalten.

Aber der Verstand weiß immerhin, dass mein Körper diese Phase jetzt braucht um beim Marathon dann wirklich alles geben zu können.

Das Gefühl ist so ein bisschen, wie wenn man im Startblock steht, Gummibänder am Bauch hat und dagegen rennt und darauf wartet, dass sie endlich abfallen und man Gas geben kann.

Ich bin perfekt vorbereitet- körperlich und geistig. Zum jetzigen Zeitpunkt könnte es nicht besser sein und auch wenn es zwischendurch mal ein paar Durchhänger gab, gibt es dieses mal keine Selbstzweifel und keine Verletzungen (Rückblick). Ich laufe nur für für mich und es gibt keine Zielzeit. Der Lauf wird super, ich spüre es jetzt schon in jeder Faser meines Körpers, es kribbelt. Den Zieleinlauf im Fackelschein im Stadion in Kempten (Iller-Marathon) kann ich vor mir sehen. Ich seh‘ mich riesengroß im Ziel mit der Finisher-Medaille, übers ganze Gesicht grinsend, fertig, aber nicht komplett erledigt und unglaublich stolz! (Danke Johannes)

Da ich mich so auf diese Bilder freue, kann ich auch gut mit dem Umstand leben momentan körperlich nicht im Ansatz ausgelastet zu sein. Am Montag hab‘ ich noch einen Termin beim Physiotherapeuten meines Vertrauens und die letzte kurze Runde werde ich am Donnerstagabend laufen. –  Der Countdown läuft.

 

 

10 Dinge die man beim Marathontraining lernt

inner peace1

Ich laufe ja nicht gerade erst seit gestern, eigentlich lauf ich jetzt tatsächlich ziemlich genau mein halbes Leben. Ich habe mit 16 angefangen. Wie wohl jeder Laufeinsteiger mit schlechten Hallensportschuhen, Baumwoll-Shirt und irgendeiner gammeligen Trainingshose. Wie wohl ebenfalls die meisten Laufeinsteiger habe ich mit dem Laufen begonnen um abzunehmen. Ich habe das Bild von meinem Tanzschul-Abschlussball gesehen und gedacht: „Nie wieder will ich so aussehen“ (Rundes Gesicht, Kleidergröße 42). Schnell habe ich gemerkt, dass Laufen für mich aber mehr ist als Mittel zum Zweck. Ich schätze es extrem beim Laufen die Möglichkeit zu haben wieder vollkommen bei mir anzukommen.

Beim Marathontraining kommen aber doch tatsächlich noch einige Lektionen hinzu, deshalb will ich heute meine persönlichen 10 wichtigsten Lektionen teilen, die ich beim Marathontraining gelernt habe (sie sind aufsteigend nach meinem aktuellen Empfinden sortiert, können aber variieren).
Ich habe gelernt:

  1. Distanzen einschätzen
  2. Der Weg ist das Ziel
  3. Kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich mal was gönnt
  4. Wer langsam läuft hat mehr Reserve wenn es darauf ankommt
  5. Geduld
  6. Mit schlechten Tagen umzugehen
  7. Zu wissen, dass man es kann
  8. Das man problemlos 3h Stunden alleine sein kann
  9. Rückschläge zu verkraften
  10. So weit ist es jetzt ja nun wirklich nicht!

Zu

  1. Distanzen einschätzen
    Ich plane meine langen Läufe nie detailliert, ich weiß immer grob wo ich laufe und wie lange der Weg wohl sein wird. Einzuschätzen, wieviel Kilometer eine Strecke noch hat und wie viele ich laut Plan noch laufen sollte, habe ich ab Kilometer 20 ganz gut perfektioniert.
  2. Der Weg ist das Ziel
    Gerade bei den langen Läufen will ich mich nicht aufs Kilometer fressen fixieren. Ich suche mir Strecken die ich gerne laufe, mit Abwechslung sowohl landschaftlich als auch von der Herausforderung (Höhenmeter, Bodenbeschaffenheit,…)
  3. Kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich mal was gönnt
    Wer viel Sport macht, braucht auch Pause. Bewusste Ruhephasen sind genauso wichtig wie das Training selber.
    Außerdem achtet man in so einer Marathonvorbereitung auch auf seine Ernährung und da Pausen zu machen und mal einfach zu essen worauf man Lust hat, gehört einfach dazu.
    Dadurch dass ich mittlerweile problemlos 30 Kilometer ohne feste Nahrung laufen kann, kann ich danach auch problemlos das Essen worauf ich in diesem Moment Lust habe.
  4. Wer langsam läuft hat mehr Reserve wenn es darauf ankommt
    Die langen langsamen Läufe bewusst 90 Sekunden langsamer zu laufen, als das eigentliche Wettkampf-Tempo. Das ist anstrengender als es sich anhört, aber es lohnt sich, denn auf den letzten Kilometern hab ich dann die Reserven um nochmal Vollgas geben zu können. Und das macht einen Heidenspaß und ein super-gutes Gefühl. Das Ego wird dabei doch ordentlich gepusht.
  5. Geduld
    Einen Marathon läuft man nicht übermorgen. Man benötigt selbst im trainierten Zustand ca. 3 Monate bis man bereit ist.
    Viel Geduld habe ich diesmal bei den vielen Zwangspausen gebraucht. Aber ich habe „erstaunlicherweise“ festgestellt, die Sportmediziner/-wissenschaftler und Trainer haben Recht. Der Körper findet schneller wieder in seine Form zurück, wenn man ihn nicht sofort wieder überstrapaziert.
  6. Mit schlechten Tagen umzugehen
    Es gibt einfach Tage da läuft es nicht. Da muss man aufgeben und am nächsten Tag nochmal anfangen. Aber man muss diese Tage von den Schweinehund-Tagen unterscheiden können. Den da muss man sich einfach nur zusammenreißen und beißen.
    Diesen Unterschied herauszufinden fällt mir nicht immer leicht. Ich neige manchmal dazu, zu übertreiben und entweder dann zu sehr dem Schweinehund zu verfallen oder aber zu sehr zu beißen, an Tagen, an denen eigentlich nichts geht und ich lieber auf der Couch bleiben sollte.
  7. Zu wissen, dass man es kann
    Selbstzweifel gehören zu mir, schon immer. Mein Vertrauen in die eigene Leistung ist manchmal wirklich mangelhaft.
    Aber das hat mir das Marathontraining definitiv gegeben. Vertrauen in mich selber. Ich schaff das und wenn ich das schaffe, gibt es eigentlich nicht viel, das ich nicht schaffen könnte.
  8. Das man problemlos 3h Stunden alleine sein kann
    Mit sich alleine zu sein, ist manchmal gar nicht so einfach. Durch eine Entzündung im äußeren Gehörgang war ich gezwungen, einen Teil meiner langen Läufe ohne musikalische Begleitung zu laufen. Ich hab die absolute Monotonie befürchtet. Aber eigentlich hat es mich nur dahin gebracht, dass ich wieder weiß warum ich laufe (und hier zitiere ich mich selber): Ich schätze es extrem beim Laufen die Möglichkeit zu haben wieder vollkommen bei mir anzukommen.
  9. Rückschläge zu verkraften
    Nichts zeigt einem so gnadenlos was man kann, wie der eigene Körper in der Vorbereitung auf einen Wettkampf. Und man ist dem Körper auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Wenn der nicht mehr mag, kann der Wille noch so stark sein: Man findet sich dann irgendwann eingemummelt in dicken Decken auf der Couch wieder.
    In dieser Marathonvorbereitung habe ich mich als wahres Steh-auf-Männchen herausgestellt. Ich konnte ziemlich gut (und vernünftig) mit den Zwangspausen umgehen. Ich hab ja sogar problemlos eingesehen, dass ich den Marathonstart verschieben muss.
  10. So weit ist es jetzt ja nun wirklich nicht!
    Jeden Tag verbringen viele Menschen 4h und mehr am Stück damit dasselbe zu tun. 42,195 Kilometer zu laufen ist ja da nun wirklich nicht so schwierig und mal ehrlich.So weit ist es jetzt ja nun wirklich nicht!

    In diesem Sinne, wenn es mal wieder nicht so läuft und um es mit dem Panda zu sagen: It’s all about inner peace!