Nach dem Marathon ist vor dem Triathlon ist vor dem Marathon

Am 21. August starte ich mit einer Freundin zusammen meinen ersten Triathlon. Und auch wenn wir das ganze unverkrampft angehen (ursprünglich wollte ich mit einem DB-Fahrrad starten) ist es mir doch wichtig gesund ans Ziel zu kommen. Zumal dann im Herbst ja auch mein 2. Marathon in diesem Jahr und der 3. insgesamt ansteht.

Deshalb immer wieder wichtig:
Technik-Training
Und da ich diese Woche noch Urlaub habe nutze ich die Zeit natürlich intensiv.
Deshalb stand am Montag auch intensives Koppeltraining mit Intervall-Laufen auf dem Plan. (Das anschließende Functional-Training stand nicht auf dem Plan, hat aber Spaß gemacht).
Gestern habe ich mich für die ruhigere Variante entschieden. Ich habe mich voll und ganz dem Techniktraining gewidmet.

Anfang des Jahres habe ich eine Laufstil-Analyse machen lassen und jetzt war es an der Zeit mal die Fortschritte zu überprüfen. Also ab aufs Laufband und den Fitness-Trainer bitten, das Malheur mal aufzunehmen:

Sieht auf jeden Fall deutlich besser aus als noch vor einem halben Jahr:
Ich hocke nicht mehr ganz so tief, aber mehr Streckung wäre schon besser und würde mehr Geschwindigkeit geben.
Die Zehen sind immer noch angezogen und, das weiß ich aus Erfahrung ist nicht gesund und verursacht richtig Schmerzen, wenn sich die Sehnen dadurch entzünden (6 Wochen Laufpause nach dem ersten Marathon).
Dafür ist mein Oberkörper gut aufgerichtet, ich rotiere nicht mehr und die Arme werden nicht mehr über Kreuz geführt.
Die Schrittlänge ist auch schon kürzer geworden und die Frequenz höher (wobei das Laufband relativ langsam eingestellt war), aber da geht noch was. Es war jetzt auf jeden Fall mal an der Zeit das ganze zu überprüfen. Und ich werde das Thema weiter verfolgen und daran arbeiten.

Aber natürlich war das nicht alles zum Thema Technik.
Immer wieder wichtig, vor allen Dingen für Läufer (Aber auch beim Schwimmen ist es unglaublich hilfreich):
Stabi-Training
Eigentlich ist das immer so eine Pflicht-Geschichte. Wobei ich sehr gerne mit den TRX-Bändern arbeite und auch der TOGU-Ball ist immer wieder eine Herausforderung.
Zuerst also Ausfallschritte am TRX in alle Himmelsrichtungen, dann einbeinige Squats auf dem TOGU-Ball.

Und weils Spaß macht gehört zum Finale eines solchen Tages natürlich auch noch die volle Dehnung: Entspannen mit der Blackroll und Dehnen mit dem Yoga-Gurt:

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Regeneration auf italienisch

Den Marathon hab ich gut überstanden, nur ein leichter Muskelkater im Oberschenkel, der am nächsten Tag schon wieder gut verschwunden war.

Jetzt war Regeneration angesagt. Die erste Woche nach dem Marathon verbrachte ich noch in Deutschland und mit Arbeiten. Dass das Wetter momentan so verrückt spielt hat mir ziemlich zu schaffen gemacht, diese ewige auf und ab geht ganz schön an die Substanz und ich war froh als die Woche um war und es hieß: Ab in die Toskana. – Eine Woche Luft holen unter der italienischen Sonne.

Nur wer denkt das hier nur relaxt wurde, ist noch noch nie mit 5 Läufern und 2 Triathleten unterwegs gewesen.
In Summe hieß das: Ich war 2x Trail laufen, 3x schwimmen und habe 100 Sonnengrüße gemacht.
Yoga

Natürlich kam aber auch la dolce vita nicht zu kurz: Es gab italienisches Eis, Pizza und unser veganer Organisator hat hervorragende mehrgängige Menüs gekocht (ja es gab auch toskanischen Wein, aber ich trinke seit fast einem Jahr keinen Alkohol mehr).
Die Sonne war uns ab Mitte der Woche auch sehr gewogen, so dass man es sich auch einfach hinter dem Haus oder am See gemütlich machen konnte um zu lesen, Musik zu hören oder einfach auch nur zu träumen.

Wer läuft so spät durch Nacht und Wind?

– Es ist die Mara, völlig am Ende auch ohne Kind.

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Was für ein Lauf! Was für eine Herausforderung! – Wow!

Ich versuche mich kurz zu fassen:
Samstag 4.6.16
12:00h Abfahrt mit meinem Fanclub in Stuttgart
14:15h Ankunft im Ferienpark in Oberallgäu
15:30h wir machen uns auf den Weg zur Startnummernausgabe in Immenstadt im Schulsportzentrum
16:00h Ich hab endlich meine Startnummer, die 135
16:30h Essen gehen beim etwas mürrischen Italiener, es gibt den Klassiker: Pasta mit Tomatensauce
Danach geht es ganz gechillt aber nicht überfressen zurück in die Ferienwohnung.
Eigentlich war ich die ganze Zeit noch ziemlich entspannt und hab mich in Ruhe umgezogen. Das knallgelbe Laufshirt vom Veranstalter war auf jeden Fall nicht zu übersehen. In meinen Flipbelt hab ich dann noch die Powershots verstaut, den Ersatz-Akku für die Stirnlampe und mein Handy.
19:00h Abfahrt zum Sportplatz nach Immenstadt
19:20h Ankunft im Stadion und kurze Orientierung: Beim Marathon starten rund 200 Teilnehmer, beim Trail rund 300 und bei den Staffeln sind es 26 Teams gewesen.
Die Staffel und der Marathon starten gemeinsam, der Trail startet später.

20:00h pünktlich erfolgt der Startschuss und wir drehen eineinhalb Stadionrunden. Danach gehts auf den Uferweg der Iller entlang nach Sonthofen, nach ca. 8,5 Kilometern wechseln wir die Illerseite und laufen wieder Richtung Immenstadt zurück. Und bei Kilometer 17 steht dann mein Fanclub bereit um mich anzufeuern – man, die haben Stimmung gemacht! Bis Kilometer 25, wo mich der Fanclub nochmals euphorisch begrüßt und ich an der Verpflegungsstation kurz durchschnaufe, habe ich eine sehr gut Zeit, zwischen 5:25min/km und 5:40min/km – es läuft fantastisch, langsam wird es dunkel und die Besonderheiten des Nachtmarathons kommen zum tragen. Der Körper will zu dieser Uhrzeit keine Höchstleistung mehr bringen und die Stirnlampe sorgt für einen hüpfenden Lichtkegel und bei mir kommt der Einbruch.

Mein Magen spielt nicht mit und dreht sich einmal um sich selber. Ich muss Tempo rausnehmen. Danach wird es schwierig, ich büße ziemlich viel Zeit ein und bei Kilometer 32 will mein Magen schon wieder nicht mehr. Eigentlich steht mir der Sinn tatsächlich nach aufgeben, aber 1. ich bin trotz dieser beiden Einbrüche seit Kilometer 27 nicht mehr überholt worden und 2. warten im Ziel meine Freunde / aka der Fanclub auf mich, also stelle ich den Kopf über den Magen und es geht, wenn auch mühsam und mit sehr vielen Gehpausen (eigentlich an jedem Berg).
Das Beruhigende: Den Läufern vor und nach mir scheint es auch nicht viel besser zu gehen, kein einziger läuft mehr die Berge /Hügel.
Und dann kommt endlich das Ziel: Entnervend und frustrierend ist, dass mir schon einige von den Staffeln, dem Trail und auch einige Marathonläufer auf ihrem Weg nach Hause entgegen kommen. Aber es treibt mich immerhin auch so an, dass ich auf den letzten 2 Kilometern durchlaufe und keine Gehpausen mehr mache. Ich bin überglücklich, als ich auf der Zielgeraden meine Freunde sehe und meine Helden die letzten Meter mit mir ins Ziel laufen. – Endlich, das war hart erkämpft.

Die Zeit: 4:10:47. (Rund 12min langsamer als der Erste)

Das nächste Ziel: Bottwartal-Marathon in 3:50:00h

Das Fazit:

Ein Nachtmarathon ist etwas besonderes, aber Bestzeiten kann man einfach nicht laufen. Der Iller-Marathon ist wunderschön gelegen und die Strecke an sich ist super, zwischendurch war sie durch den vielen Regen leider etwas rutschig.
Ich habe die Vermutung, das das auf und ab der Stirnlampe meinen Magen so durcheinander gebracht hat. Das lange Laufen mit Stirnlampe muss ich beim nächsten Mal also noch mehr trainieren.

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