Großstadtsingle – sechste Etappe, Weihnachten und anderes Überflüssiges

skyline-01

>>Weihnachten, das<< nach Duden: am 25. Dezember begangenes Fest der christlichen Kirche, mit dem die Geburt Christi gefeiert wird.
Familiendefinition: Hektische Zeit, in der sämtliche Familienmitglieder versammelt werden müssen um sich (mit meist überflüssigem) zu beschenken. Alle haben unbedingt Freude auszustrahlen und glücklich zu sein.

Weihnachten als Großstadtsingle. Man könnte meinen, das ist eine traurige Angelegenheit. In Wahrheit ist es alles nur das nicht. Meistens ist es wie für alle einfach nur eine stressige Zeit. Vor allem wenn man Weihnachtsgeschenke für Menschen besorgen muss, zu denen der persönliche Bezug fehlt. Was schenkt man hier nur? Und oft fast schlimmer – was bekommt man…

Der Großstadtsingle und vermutlich der Mensch im Allgemeinen kann es ja eigentlich nicht gebrauchen Dekozeug / Staubfänger zu bekommen (das gilt im übrigen nicht nur für Weihnachten). Die Allzweckwaffe ist dann was zum Verzehren oder die allereinfachste Möglichkeit der Welt: Fragen stellen!

Man Leute ist es so schwer? Fragt doch einfach. Das ist vielleicht unpersönlich, aber hej ihr kennt euch nicht so gut, also macht es sowieso keinen großen Unterschied! Aber ehrlich gesagt, es ist auch völlig ok, nichts zu schenken. Insbesondere, wenn man sich auch sonst nichts zu sagen hat als: „Hallo, wie geht’s? – Gut? Schön, aha! Schönes Wetter heut! Der VfB hat mal wieder voll versagt!“ (alle Floskeln sind ganz nach Geschmack austauschbar)

Ach scheiß drauf, nächstes Jahr macht der Großstadtsingle einfach Urlaub oder sitzt es aus! Wer kommen will ist herzlich eingeladen – aber bitte ohne Geschenk (was zum Essen und Trinken dürft ihr natürlich gerne mitbringen)! Wenn die Familie nicht mehr weiß was besinnliche Tage sind, der Großstadtsingle kann sich gut dran erinnern.

Werbeanzeigen

Sie läuft wieder (und hört auch nicht mehr damit auf)

160612-sie-lauft-wieder

Ich will ja nicht motzen, aber so verletzungstechnisch hab ich von 2016 echt die Nase voll.

Erst der Unfall im Juli, dann der Sturz im November und schließlich, im Urlaub auf Madeira, eine knappe Woche nach dem letzten Sturz, ist es wieder passiert. Da ich mich mit dem frisch zusammen gewachsenen Handgelenk nicht abstützen wollte, hab ich mich voll auf den Hintern gelegt. Neben der Luft, die mir kurz wegblieb, waren auch Hirn und Kraft kurzfristig überfordert. Als ich dann wieder da war, hab ich mich erst mal umgeschaut, ob mich auch ja keiner gesehen hat und ob auch ja kein Auto kommt. Ich bin nach dem Joggen auf dem (langsamen) Rückweg zum Hotel auf einer steilen, nassen Asphaltstraße ausgerutscht. Den Rest des Berges hab ich fluchend halb rutschend im Vier-Füßler-Gang hinter mich gebracht.

Kurzer Zwischenkommentar: Ich wurde vorhin von Johannes mal wieder drauf aufmerksam gemacht, dass das vielleicht ein erneuter Wink mit dem Zaunpfahl war. ICH HAB ES VERSTANDEN! (Aber ich weiß immer noch nicht genau, was gemeint ist. Ich kümmere mich schon viel netter um mich, als ich es in meinem ganzen restlichen Leben gemacht habe.)

Der Rückflug am nächsten Tag war trotz 600mg Ibuprofen eine Qual.Ehrlich gesagt, der gebrochene Arm war dann deutlich weniger schmerzhaft. Deshalb bin ich dann am nächsten Tag auch direkt zum Arzt. Ergebnis: Geprelltes Steißbein, vielleicht auch (an-)gebrochen. Es macht in der Behandlung und Dauer aber auch keinen Unterschied, deshalb habe ich dieses Mal großzügig aufs Röntgen verzichten. Ich habe in diesem Jahr genug Schwarz-Weiß-Fotos von mir bekommen.
Mein Physio war begeistert. Das Grinsen war ihm deutlich anzusehen. Es tauchte kurz das Wort „Abo“ auf…
So saß ich also die letzten Wochen auf einem Nackenhörnchen, habe versucht auf dem Bauch zu schlafen und war mal wieder sportuntauglich.

Und jetzt kommt meine Ansage: Es ist jetzt echt genug. Ich hab mit den Verletzungen abgeschlossen. Ich hab gestern vorsichtig die ersten Schritte auf dem Laufband (20min gehen) gemacht und heute direkt die zweite etwas schnellere Runde (25min langsamer Dauerlauf) gestartet.
Und ich habe festgestellt: Ich brauch den Sport, ich bin heiß drauf wieder raus zu gehen und zu laufen, ich will unbedingt wieder Marathon laufen. Ich liebe es einfach. Die Freiheit, die einem das Laufen gibt bekommt man durch nichts anderes. Bei keiner anderen Sportart ist man so unabhängig wie beim Laufen. Ich fühle mich da wie die Figur aus der Schoko-Riegel-Werbung: „Ich bin nicht ich, wenn ich nicht Laufen kann!“
In den nächsten 14 Tagen werde ich wieder ganz langsam einsteigen und langsam den Umfang steigern. Ab Januar geht es dann wieder ins Marathon-Training. (Ja, ich bin ein Junkie, aber ich nehme keine Drogen, trinke keinen Alkohol und mit Tabletten habe ich auch keine Probleme und irgendeinen Schuss hat ja jeder Mensch)

2017 – LEBEN, LAUFEN, FLIEGEN!

Großstadtsingle – Fünfte Etappe, Singleurlaub

skyline-01

Fünfte Etappe – Singleurlaub

>>Singleurlaub, der<< umgangssprachliche Definition: geführte Reise bei einem großen Reiseanbieter. Dient alleine der Beendigung des Singlestatus.
Allgemeine Definition: Reise eines alleinstehenden Menschen.

Wenn man verreist wird man normalerweise immer als erstes gefragt, wo es hingeht, wie lange man weg ist oder ob man eher Kultur-, Sport- oder Erholungsurlaub macht.

Nicht so, wenn man Single ist.

Hier sieht die erste Frage gleich ganz anders aus:
„Wer geht mit? Du gehst doch nicht etwa alleine?!?“
Hui, das klingt es mal nach Verbrechen und ist ein bisschen irritierend und absurd!
Ich meine, ich sag ja auch nicht: „Wie dein Partner geht mit? Du willst doch Urlaub machen!“ Etwas differenziert betrachtet kann man es ja auch eher so sehen: Es gibt mehr als genug Studien die das Pärchenverhalten im Urlaub analysieren und untersuchen, eine Studie über Singleurlauber kenne ich bisher noch nicht. Und bei dem Schluss auf den die meisten Studien kommen, nämlich dass sich viele Pärchen im Urlaub streiten, trennen oder gar nicht erst miteinander reden, könnte man ja schon meinen diese Frage wäre durchaus berechtigter.

Na ja als gönnerhafter Single denke ich dann erst mal ein bisschen an Neid. Schließlich muss man sich nicht abstimmen (Reiseziel, -dauer, -zeit, -art) und man kann sich in einem Singleurlaub ja auch mal komplett gehen lassen. Es gibt keinen der einem hinterher Vorwürfe macht und auch peinliches Verhalten kann einem egal sein, es gibt erst mal keinen der einen damit aufzieht.

Auch so eine Art Sinnesreise, gerne als Selbstfindungstrip bezeichnet, lässt sich ja alleine viel besser angehen. Schließlich kann man sich alleine im Urlaub viel besser auf sich selber konzentrieren.

Oder, das soll es ja auch geben, man wählt die klassische Variante des Solo-Singleurlaubs: Man sucht sich einen der vielen Reiseveranstalter und begibt sich auf Kuppelreise. Ob man dabei wirklich die große Liebe finden kann wage ich ein wenig zu bezweifeln. Aber entspannt gemeinsam Spaß zu haben hat auch was für sich und immerhin entfällt so das lästige Partner-Abtasten. (Trägt er/sie einen Ring, deuten irgendwelche Bemerkungen auf eine/n Partner/in hin…)

Nach meinem letzten Urlaub weiß ich auf jeden Fall, das ich den nächsten Urlaub alleine machen werde. Denn ich habe mich überzeugen lassen, nicht alleine zu gehen. (Es war nur gut gemeint, von meiner Familie, die mich nicht alleine/“einsam“ gehen lassen wollte.) Es war sehr schön, aber ich muss zugeben, dass es mir schwer gefallen ist, mich auf meine Mitreisende einzulassen und mich gleichzeitig zu entspannen und fallen zu lassen.

Da ich auch schon meine allererste große Reise (mit 19/20, Neuseeland, ein Monat Nordinsel) unbedingt alleine machen wollte, weiß ich auch, dass ich dazu in der Lage bin und alleine sogar viel mutiger bin. (Ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, mich kopfüber nur mit nem Seil an den Füßen in die Tiefe zu stürzen, wenn irgend jemand dabei gewesen wäre, der mich kennt). Vier Monate Praktikum in Westafrika und das Wissen, das man sich mit englisch, rudimentärem spanisch und einem netten (manchmal hilflosen) Lächeln überall auf der Welt durchschlagen kann pushen das Ego diesbezüglich natürlich auch nach oben. „I can conquer the world“

Ich bin natürlich durchaus gewillt mein Konzept zu überdenken, wenn der Seelenverwandte noch auftaucht. Aber für den Moment finde ich den Gedanken an Urlaub alleine dann doch ansprechender.

(Ausnahme: Abenteuer-Urlaub
Nächstes Jahr steht vielleicht Kajak-Fahren in Slowenien auf dem Programm, das fände ich mit einer Gruppe großartig und so wie es aussieht gibt es auch schon ein paar die freiwillig mitkommen.)