Vom Sport befreit

das bin ich in den letzten Wochen. Und jetzt heißt es: Laufen und Functional – Vollgas für den nächsten Marathon. Mööööp – absolut nicht: Schwimmen,  Krankengymnastik und Yoga in Maßen.

WP_20170708_14_26_49_Pro_1

Aber zum Anfang:
Vor fünf Wochen war ich bei meinem Orthopäden, weil ich endlich die Schrauben wieder raushaben wollte. Also Überweisung abgeholt und dann ging es verdammt schnell! Ich hab gedacht das ich mindestens zwei Wochen auf einen Besprechungstermin warten muss und dann auf jeden Fall nochmal solange auf den OP-Termin. – Falsch gedacht: Am Dienstag hab ich angerufen und eigentlich sollte ich dann sofort zur Besprechung kommen – ich konnte das gerade noch so auf Mittwoch verlegen. Der OP-Termin wurde allerdings schon Mal für Freitag reserviert… Na gut, je schneller desto besser dachte ich. Meinen Chef habe ich also schon mal vorgewarnt.

Weniger gut war, was zeitgleich mit dem Rest meines Körpers, genauer gesagt mit meinem Rücken passierte. Quasi von einem Tag auf den anderen konnte ich meinen Kopf nicht mehr schmerzfrei auf und ab bewegen. Dienstag habe ich dann noch irgendwie so durchgestanden, mir war ja klar, dass ich jetzt erst mal keine Schmerzmittel nehmen kann. Mittwoch war es dann so schlimm, dass ich bei meinem Physio angerufen habe und einen „Notfall-Termin“ bekam. – Physio macht meist nicht wirklich Spaß, aber der Termin war für mich ziemlich schrecklich und mein Phyio fand mein Gejammere (mir liefen zwischen durch die Tränen) glaube ich auch nicht wirklich witzig. Wirklich besser ging es mir danach leider auch nicht.

Im Karl-Olga hatte ich im Anschluss an die Physio-Behandlung den Vorbesprechungstermin zur OP und hab den halben Tag gewartet und die Rückenschmerzen wurden schlimmer. – Aber ich wollte unbedingt die Schrauben loswerden, also habe ich irgendwie versucht das zu verdrängen und die Gespräche mit den Ärzten hinter mich zu bringen und mich dann anzumelden für die OP am Freitag.

Am Donnerstag waren die Rückenschmerzen so heftig, dass ich nicht mehr normal atmen konnte und mich dadurch noch mehr verkrampfte – ich blieb also zu Hause und rief bei meinem Hausarzt an. Ich stand kurz davor den OP-Termin abzusagen, da ich nicht wusste wie ich liegen sollte und bei jeder Bewegung ein schmerzverzerrtes Gesicht zog.
Ich habe mich also zu meinem Hausarzt bewegt (25min habe ich gebraucht – normalerweise brauche ich keine 10min) und ihm die Lage geschildert. Er hat mir dann ein Schmerzmittel verschrieben, dass ich trotz OP nehmen konnte und so was wie „Könnte ein leichter Bandscheibenvorfall sein“ gemurmelt. – Ich wollte gar nicht weiter nachfragen und bin einfach nach Hause. – Die Schmerztabletten haben glaube ich gewirkt, ich habe den halben Nachmittag verschlafen. Abends hatte ich dann wieder Physio, es war nicht wirklich besser wie am Tag zuvor und das obwohl ich dann sogar von zwei Therapeuten behandelt wurde. Die Physios meinten das ich eine starke Entzündung habe, kein Wort von Bandscheibenvorfall – schon mal eine kleine Erleichterung für mich. Entzündung klingt dann doch harmloser.

OP-Tag:
Morgens um 6:45 musste ich in der Klinik sein. Ich war die erste auf der Liste. Also rein ins hübsche OP-Hemdchen und los ging es. Ich musste mich ziemlich zusammen reißen, als der Anästhesie-Pfleger mich vom Bett auf die OP-Liege hob. Der Rücken brachte mich um und den Puls kurzfristig in die Höhe. Ich wollte die OP nur schnell hinter mich bringen und dann nach Hause.
Der Chirurg war witzig, hatte aber einige Mühe mit den Schrauben und brauchte schließlich noch ein anderes Werkzeug. Nach ca. 30 Minuten war alles rum und die Schrauben und die Platte waren raus – danach sollte es eigentlich schnell gehen. Sobald der Arm wieder voll beweglich war hätte ich gehen dürfen. Das war um 10:30 der Fall. Gehen durfte ich dann um 15:00h… Das schlimmste war einfach nur mit den Rückenschmerzen auf dem Bett liegen bleiben zu müssen und nichts dagegen tun zu können. Ich kam mir vor wie ein Junkie auf Entzug…
Zu Hause habe ich mir dann erst mal die Ibuprofen und zwei Ice-Packs geschnappt – eins für den Rücken und eins für die Hand. Das war dann auch mein Wochenende.

Verbandswechsel und Erhöhung der Drogendosis
Am Montag musste ich dann zum Verbandswechsel sowieso zum Doc und wurde dann direkt für die Woche krankgeschrieben. Ich bekam meine bisher höchste Dosis an Ibuprofen verschrieben (800er). Damit und mit Hilfe meines Physios wurde es im Laufe der Woche besser. Wir haben uns jetzt auf eine Entzündung geeinigt. Dass ich die letzten Monate oft Migräne und Verspannungen hatte war vermutlich der Auslöser. Seitdem bin ich wieder in Physiotherapie und mittlerweile geht es wieder richtig gut. – Marathon lauf ich dieses Jahr allerdings nicht mehr. Noch ein schlecht vorbereiter Lauf muss nicht sein.

Aber: Es geht weiter und nach dem ich zumindest körperlich das Gefühl hab, so weit unten gewesen zu sein wie eigentlich noch nie, gibt es jetzt nur noch den Weg nach oben. Und da Sport für mich nur Sinn macht, wenn er Spaß macht, werde ich mich in den nächsten Monaten (also sobald ich wieder darf, wie ich will) voll und ganz darauf konzentrieren. Wir wollen nächstes Jahr beim Mudiator mitmachen…

 

Werbeanzeigen