Alternativtraining

Strahlend schöne sonnige Wintertage! Perfektes Laufwetter! Und mir fällt es so schwer, die Beine still zu halten. Gestern hätte ich beinahe die Vernunft über Bord geschmissen um mal wieder eine schöne Seerunde zu drehen.

Ich hatte die Klamotten schon  an und hab dann gerade noch die Kurve gekriegt und bin ins Studio abgebogen.  Da hab ich dann 30 Kilometer auf dem Spinning-Rad abgestrampelt. Mit Frust in den Beinen und dem Tablet vor der Nase kann man aber ganz ordentlich treten, so viel hätte ich sonst vermutlich nicht geschafft. Die Pace (sagt man das beim Radeln überhaupt???) war mit 90rpm auch ganz ordentlich. Dementsprechend habe ich es auch endlich mal geschafft, beim Radeln den Puls etwas höher zu bekommen und auf einen Durchschnitt von 130 zu bringen. Im Anschluss hab ich mich und meine harten Waden noch über die Blackroll gequält.

Polar

Dank meinem Physio, Akupunktur,  Geduld (na ja) und der Tatsache, dass ich endlich wieder trainieren kann fühl‘ ich mich langsam wieder sicherer mit meinem Körper und kann besser einschätzen, wie weit ich gehen kann, ohne hinterher wieder tagelang Schmerzen zu haben.

 

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Neue Disziplin und noch mehr schwarz-weiß Bilder

So jetzt ist es raus. Ich darf nicht mehr laufen. Eigentlich mach ich das schon die letzten drei Wochen nicht mehr. Aber ich habe mich erst gestern dazu entschließen können vom Marathon im April Abstand zu nehmen.

Mein Hausarzt und mein Orthopäde haben mir „verboten“ zu laufen bis ich quasi über ein Sixpack (Muskeln; nicht Bier) verfüge. Ich soll Rücken- und Bauchmuskulatur aufbauen, das es kracht „und wenn man mit Proteinen nachhelfen muss.“

Aber kurz Rückblende: where it all began.
Im Sommer hatte ich ja schon einmal mächtig Ärger mit dem Rücken. Das ging aber vorbei und ich war mir sicher jetzt endlich für längere Zeit ohne Physio auszukommen. –  Das hat genau bis Oktober funktioniert. Da fing es dann wieder langsam an. Der Rücken tat nach längeren Belastungen wieder ordentlich weh. Das Functional Training hab ich schnell wieder an den Nagel gehängt. Aber noch war ich mir sicher: Das bekomme ich selber wieder hin – bei soviel Physio und Krankengymnastik ist genug hängen geblieben. Im Dezember wurde es dann zum ersten Mal richtig schlimm. Ich bin zu meinen Hausärzten und habe andere Schmerzmittel verschrieben bekommen, denn Ibuprofen hatte keinerlei Wirkung. Das hat halbwegs gut funktioniert. Die Schmerzen besserten sich. Ich versuchte wieder etwas Functional mit ins Training einzubauen und habe mit Mobility angefangen und konnte die Schmerzmittel bald wieder weg lassen. Aber Anfang Januar wurde es dann so schlimm, das ich im Büro kaum noch sitzen konnte. Also doch ab zum Orthopäden. Von dort direkt zum Radiologen und damit zum Ergebnis: Mehrere Bandscheibenvorwölbungen die z.T. leicht auf die Nerven drücken  und das macht den Schmerz.  Nach Rücksprache mit Orthopäde und meinem Hausarzt heißt es jetzt also: Auf gar keinen Fall mehr laufen, erst den Schmerz zur Ruhe bringen und dann Muskeln aufbauen.

MRT
Was auch immer man hier sehen soll…

Bin ich frustriert? – Ja, die letzten Wochen habe ich beim Laufen nach langer Durststrecke endlich wieder Fortschritte gemacht. Ich fühlte mich gut und war davon überzeugt, den Marathon im April rocken zu können – vielleicht hätte ich sogar meinen besten Marathon laufen können. Und es war so harte Arbeit endlich wieder auf ein „anständiges“ Niveau zu kommen. Es nervt tierisch! – Die letzten Jahre musste ich so oft wieder von vorne anfangen. Jetzt kommt wieder so eine lange Laufpause und es gibt auch keine ernsthaften alternativen Möglichkeiten um die Form wenigstens im Ansatz behalten zu können. Zu Wissen, das man dann wieder durch die gleichen Phasen durch muss, wieder geduldig sein muss mit sich selbst und trotzdem nicht aufzugeben. – Ehrlich gesagt frage ich mich momentan schon, ob ich darauf nochmal Bock hab.

Ich reiß mich momentan schwer zusammen und hoffe, das mich mein Physio bald wieder trainieren lässt.  Nebenher versuch ich schon immer wieder alleine ein bisschen Sport zu machen, spür dann aber doch recht schnell die Grenzen dessen was schmerzfrei geht. Ich muss momentan meine härteste und verhassteste Disziplin lernen: Geduld.