Dran bleiben

Vor zwei Monaten habe ich wieder ernsthaft begonnen zu laufen. Vor zwei Wochen habe ich dann auch wieder mit dem Functional Training angefangen und Schwimmen versuche ich auch noch regelmäßig einzubauen.

Es ist so krass, wie einen Sport verändern kann. Jedes Mal wenn ich in den letzten drei Jahren länger pausiert habe / pausieren musste, hat es mich danach geflasht. Mich macht Sport wacher, aktiver, meine Einstellung verändert sich und ich fühle mich wieder selbstbestimmter und nicht mehr so gesteuert.
Genau das Richtige also, wenn man an die immer kürzer werdende Tage denkt. Außerdem steht bei mir in wenigen Tagen ein (interner) Jobwechsel an und ich weiß, dass ich dafür auf jeden Fall jedes Stückchen Energie das ich bekomme aufsaugen muss, denn bis Ende des Jahres werde ich zu den neuen Aufgaben auch meine Nachfolgerin einarbeiten und Teil 2 meines Kontaktstudiums beginnt.

Aber zurück zum Thema Sport: Momentan bin ich vor allem beim Laufen super fleißig! Mich hat der Ehrgeiz gepackt. Ich will wieder schneller werden. Das da die Intervalle manchmal auch wehtun gehört wohl dazu. Vor allen Dingen dann, wenn man merkt, dass man sich die Einheiten zu lange gemacht hat. Letzten Dienstag wollte ich 4×1000 Meter zwischen 5min und 5:30min laufen. Das war wohl ein bisschen drüber, ich muss zugeben, ich musste zwischendurch anhalten. Meine Beine und die Lunge kamen mit dem Kopf nicht mit. (Deshalb wiederhole ich die Intervalle jetzt auch nochmal, dann sollte wieder eine Steigerung drin sein.)

Intervall

Dafür lief der lange Lauf schon ganz gut und da machen sich die Intervalle langsam bemerkbar. Es wird langsam etwas besser und ich schaffe es meinen Puls unten zu halten und ziemlich gleichmäßig zu laufen.

langer Lauf

Nächste Woche will ich jetzt nochmal richtig Vollgas geben bevor dann eine Woche chillen und relaxen auf Rügen ansteht. Meine Reisebegleitung ist Nicht-Läuferin, weshalb sich die sportliche Betätigung auf Wandern und vielleicht ein bisschen Yoga beschränken wird.

Die Pausen-Woche will ich sowieso ca. alle sechs Wochen einfügen in der Hoffnung, dass ich danach dann wieder nen Push bekomme und jedes Mal ein Stückchen weiter voran komme und schneller werde.

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Die Entdeckung der Langsamkeit

170924 langer Lauf 2

Mein Ziel ist es momentan möglichst so langsam zu laufen, dass ich meinen Puls deutlich unter 140 halte (meine – vermutliche – aerob/ anaerobe Schwelle). Ich will ja schließlich wieder längere Strecke laufen um dann irgendwann wieder Marathon zu laufen. Schnelligkeit spielt also gerade so gar keine Rolle in den normalen Laufeinheiten.

Und ihr kennt das, man läuft los und merkt auf den ersten Schritt schon: Heute hab ich den Rhythmus, es läuft sich einfach und gleichmäßig, ohne dass ich darüber nachdenken muss.
Genauso war war es heute nicht. Die Bedingungen waren eigentlich ideal (Wetter perfekt, Uhrzeit gut, der Abstand zum letzten Essen genau richtig) aber irgendwie bin ich überhaupt nicht in den Flow gekommen. Mein Ziel war einfach 100 Minuten so zu laufen, dass der  Durchschnittspuls unter 136 liegt, die Trittfrequenz für dieses Tempo anständig ist und das alles möglichst gleichmäßig und gechillt. Wenn man sich das Ergebnis anschaut hat das eigentlich ganz gut geklappt. Die Trittfrequenz ist ok, der Kilometerschnitt so wie ich ihn momentan bei einem langen, langsamen Lauf erwarte und der Puls mit 134 auf jeden Fall unter 136. Dennoch war es irgendwie mühsam, ich hab ständig auf die Uhr geschaut, damit der Puls auch ja nicht über die 136 (max. 140) rutscht.

170924 langer Lauf

Was ich auf alle Fälle gut finde, ist dass ich es geschafft habe, dass ich komplett durchgelaufen bin. Keine Gehpausen mehr und ich musste eigentlich eher schauen nicht zu schnell zu laufen.
Es scheint also nicht mehr komplett unrealistisch in nicht ganz mehr 7 Monaten einen Marathon unter 4:00h zu laufen, auch wenn er 650 Höhenmeter hat.
Um dahin zu kommen ist das Ziel bis Weihnachten jetzt die Grundlagenausdauer (insbesondere in Verbindung mit Höhenunterschieden) weiter auszubauen und danach sind immer noch mehr als drei Monate Zeit um das Tempo voranzutreiben. Außerdem mache ich ja aktuell schon einmal die Woche Intervalltraining. Wenn ich ab Oktober dann auch wieder ins Functional-Training einsteige kann also eigentlich nicht mehr viel schief gehen…

<OMMMMM>

Großstadtsingle – Fünfte Etappe, Singleurlaub

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Fünfte Etappe – Singleurlaub

>>Singleurlaub, der<< umgangssprachliche Definition: geführte Reise bei einem großen Reiseanbieter. Dient alleine der Beendigung des Singlestatus.
Allgemeine Definition: Reise eines alleinstehenden Menschen.

Wenn man verreist wird man normalerweise immer als erstes gefragt, wo es hingeht, wie lange man weg ist oder ob man eher Kultur-, Sport- oder Erholungsurlaub macht.

Nicht so, wenn man Single ist.

Hier sieht die erste Frage gleich ganz anders aus:
„Wer geht mit? Du gehst doch nicht etwa alleine?!?“
Hui, das klingt es mal nach Verbrechen und ist ein bisschen irritierend und absurd!
Ich meine, ich sag ja auch nicht: „Wie dein Partner geht mit? Du willst doch Urlaub machen!“ Etwas differenziert betrachtet kann man es ja auch eher so sehen: Es gibt mehr als genug Studien die das Pärchenverhalten im Urlaub analysieren und untersuchen, eine Studie über Singleurlauber kenne ich bisher noch nicht. Und bei dem Schluss auf den die meisten Studien kommen, nämlich dass sich viele Pärchen im Urlaub streiten, trennen oder gar nicht erst miteinander reden, könnte man ja schon meinen diese Frage wäre durchaus berechtigter.

Na ja als gönnerhafter Single denke ich dann erst mal ein bisschen an Neid. Schließlich muss man sich nicht abstimmen (Reiseziel, -dauer, -zeit, -art) und man kann sich in einem Singleurlaub ja auch mal komplett gehen lassen. Es gibt keinen der einem hinterher Vorwürfe macht und auch peinliches Verhalten kann einem egal sein, es gibt erst mal keinen der einen damit aufzieht.

Auch so eine Art Sinnesreise, gerne als Selbstfindungstrip bezeichnet, lässt sich ja alleine viel besser angehen. Schließlich kann man sich alleine im Urlaub viel besser auf sich selber konzentrieren.

Oder, das soll es ja auch geben, man wählt die klassische Variante des Solo-Singleurlaubs: Man sucht sich einen der vielen Reiseveranstalter und begibt sich auf Kuppelreise. Ob man dabei wirklich die große Liebe finden kann wage ich ein wenig zu bezweifeln. Aber entspannt gemeinsam Spaß zu haben hat auch was für sich und immerhin entfällt so das lästige Partner-Abtasten. (Trägt er/sie einen Ring, deuten irgendwelche Bemerkungen auf eine/n Partner/in hin…)

Nach meinem letzten Urlaub weiß ich auf jeden Fall, das ich den nächsten Urlaub alleine machen werde. Denn ich habe mich überzeugen lassen, nicht alleine zu gehen. (Es war nur gut gemeint, von meiner Familie, die mich nicht alleine/“einsam“ gehen lassen wollte.) Es war sehr schön, aber ich muss zugeben, dass es mir schwer gefallen ist, mich auf meine Mitreisende einzulassen und mich gleichzeitig zu entspannen und fallen zu lassen.

Da ich auch schon meine allererste große Reise (mit 19/20, Neuseeland, ein Monat Nordinsel) unbedingt alleine machen wollte, weiß ich auch, dass ich dazu in der Lage bin und alleine sogar viel mutiger bin. (Ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, mich kopfüber nur mit nem Seil an den Füßen in die Tiefe zu stürzen, wenn irgend jemand dabei gewesen wäre, der mich kennt). Vier Monate Praktikum in Westafrika und das Wissen, das man sich mit englisch, rudimentärem spanisch und einem netten (manchmal hilflosen) Lächeln überall auf der Welt durchschlagen kann pushen das Ego diesbezüglich natürlich auch nach oben. „I can conquer the world“

Ich bin natürlich durchaus gewillt mein Konzept zu überdenken, wenn der Seelenverwandte noch auftaucht. Aber für den Moment finde ich den Gedanken an Urlaub alleine dann doch ansprechender.

(Ausnahme: Abenteuer-Urlaub
Nächstes Jahr steht vielleicht Kajak-Fahren in Slowenien auf dem Programm, das fände ich mit einer Gruppe großartig und so wie es aussieht gibt es auch schon ein paar die freiwillig mitkommen.)