Personal Coach – Nur eine Möglichkeit seine Ziele zu erreichen?

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Trainer, ja oder nein?

Nadin von Eiswürfel im Schuh hat kürzlich einen Blog-Beitrag geschrieben zum Thema Trainer, und ob/warum es sinnvoll sein kann sich einen zu suchen.

Ich mache mir darüber Gedanken seitdem ich mehr will, als nur ein paar Kilometer zu joggen. Von dem Moment an, als ich meinen ersten Halbmarathon vor Augen hatte (bei dem ich nie angetreten bin, weil ich die Woche davor den Blinddarm raus bekommen habe) wollte ich dabei Unterstützung. Ich wollte sicher sein, das Training richtig und sinnvoll anzugehen. Damals hatte ich einen Trainingsplatz beim KRZ-Team gewonnen und war dadurch super ganzheitlich vorbereitet.

Als dann der erste Marathon gemeldet war, war mir klar, ich möchte den Weg nicht alleine gehen. Deshalb: Ich bin absolut PRO Trainer. Und das obwohl ich seitdem ich 16 bin laufe. Ich war immer unverletzt und ohne Trainer, Verein oder Sportstudio.

Die Hauptgründe die für mich dennoch für ein Training mit Trainer sprechen, sind

  1. Ich trainiere gezielter und damit spare ich Zeit und Einheiten, die mir keinen Fortschritt bringen.
  2. Es hilft mir Verletzungen vorzubeugen.
  3. Es hilft mir nach Verletzungen vernünftig zu trainieren und nicht Zielen hinterherzuhetzen, die mit Trainingsrückstand nicht mehr zu schaffen sind.

Nachdem im letzten Jahr klar war, dass ich meine Marathon- und Triathlonziele für 2018 begraben kann, war Sport bis März so ziemlich das unwichtigste überhaupt. Es ging von 200% ratz fatz auf 0%. Um mir da wieder einen Ausweg zu zeigen, brauchte es dann meinen Hausarzt und Sportmediziner, der mir einen Ausweg mit seiner Aussage schaffte: „Frau Müller, wenn Sie wieder laufen wollen, müssen Sie viel mehr Muskeln aufbauen! Und wenn wir mit Proteinen nachhelfen müssen. Außerdem sollten Sie sich einen Personaltrainer suchen, der Sie gezielt dabei unterstützt“ – Der Gedanke war also naheliegend, das Thema mit der Kraft nicht alleine anzugehen.

Von der ersten Kontaktaufnahme Ende Januar 2018 hat es dann dennoch bis Mitte August gedauert. Neben vielen Kleinigkeiten, die das ganze immer wieder aufgeschoben haben, war es vor allen Dingen mein „Schweinehund“ – ich wollte nicht mit jemandem trainieren, der mich eigentlich in einem ganz anderen Fitnesszustand kennt. (Max hatte mir schon geholfen die notwendige Kraft für den ersten Marathon aufzubauen – mein bis heute schnellster…) – Blödsinniger Gedanke im Nachhinein! Genau dafür brauchte ich ja Unterstützung, endlich wieder fit werden um sich in gewohnten Gefilden bewegen zu können. Seitdem ich das überwunden habe geht es langsam aber stetig bergauf.

Und deshalb hab ich demnächst quasi sogar drei Trainer:

  1. Max, der dafür sorgen soll, das mich mein Körper künftig wieder schmerzfrei durch die Gegend trägt und dafür, dass ich gezielt Muskulatur aufbaue.
  2. Ein Trainer als Hilfe und Unterstützung bei der Lauftechnik. Ab März will ich noch mehr Augenmerk auf die Lauftechnik legen. Bis dahin, muss ich neben mehr Rumpfstabilität (Trainer 1) einfach noch mehr Grundlagenausdauer erreichen. (Stichworte für die Arbeit mit Trainer hier: Trittfrequenz, Schrittlänge, Bodenkontaktzeit und vertikales Verhältnis). Hier unterstützt mich hoffentlich der Lauf-Flo, der bei den letzten Verletzungen immer als Aufbauhilfe in der Physio geholfen hat.
  3. Beim Schwimmen: Ich habe mich endlich überwunden, meine Hass-Disziplin anzugehen (und nein, es ist keine Love-Hate-Relationship, es ist nur Hass und Verzweiflung – egal, wie sehr ich versuche es mir schönzureden.) Ab März mache ich vier Wochen lang zwei Trainingseinheiten die Woche Schwimm-Technik-Training. Hoffentlich bin ich dann bis zur Freibadsaison so fit, dass ich die 50 Meter Bahn nicht mehr als Marathon empfinde…

Vielleicht ist es übertrieben gleich so ranzugehen, wenn man kein Profi-Sportler ist. Aber mit jedem Rückschlag (die gibt es leider immer noch regelmäßig) merke ich, dass es gut ist, wenn man beim Aufstehen nach jeder Unterstützung greift, die man bekommen kann.

Es nimmt mir die Angst im Umgang mit mir selbst. Ich kenne meinen Körper so nicht und das Training mit Trainer und Trainingsplan ist da einfach perfekt um mir die Unsicherheit zu nehmen. Außerdem sehe ich mit jedem neuen Trainingsplan, dass es Fortschritte gibt. – Auch wenn ich immer noch nicht das Gefühl habe, dass es so ist.

Meine persönliche Meinung ist also ganz klar. Trainer? – Ja, aber ich würde nicht mit jedem X-beliebigen trainieren. Abgesehen vom Schwimm-Trainer kennt mich jeder mit dem ich trainiere schon in unterschiedlichen Verfassungen und genau deshalb können sie mich am Besten unterstützen. Bequem ist das nicht immer, aber wie heißt es so schön:

„Life ist not meant to be lived in your Comfort-Zone“

Zum Schluss noch, ja, es ist ein teurer Spaß. Aber, und das musste ich auch auf die harte Tour lernen, die Krankenkassen lassen einen leider oft im Stich wenn man sie am nötigsten braucht. Um nicht wieder in die Situation zu kommen, Physiotherapien selber zahlen zu müssen ist die Investition in einen Trainer dann doch die 1. günstigere und 2. vorbeugendere Variante!

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Neue Disziplin und noch mehr schwarz-weiß Bilder

So jetzt ist es raus. Ich darf nicht mehr laufen. Eigentlich mach ich das schon die letzten drei Wochen nicht mehr. Aber ich habe mich erst gestern dazu entschließen können vom Marathon im April Abstand zu nehmen.

Mein Hausarzt und mein Orthopäde haben mir „verboten“ zu laufen bis ich quasi über ein Sixpack (Muskeln; nicht Bier) verfüge. Ich soll Rücken- und Bauchmuskulatur aufbauen, das es kracht „und wenn man mit Proteinen nachhelfen muss.“

Aber kurz Rückblende: where it all began.
Im Sommer hatte ich ja schon einmal mächtig Ärger mit dem Rücken. Das ging aber vorbei und ich war mir sicher jetzt endlich für längere Zeit ohne Physio auszukommen. –  Das hat genau bis Oktober funktioniert. Da fing es dann wieder langsam an. Der Rücken tat nach längeren Belastungen wieder ordentlich weh. Das Functional Training hab ich schnell wieder an den Nagel gehängt. Aber noch war ich mir sicher: Das bekomme ich selber wieder hin – bei soviel Physio und Krankengymnastik ist genug hängen geblieben. Im Dezember wurde es dann zum ersten Mal richtig schlimm. Ich bin zu meinen Hausärzten und habe andere Schmerzmittel verschrieben bekommen, denn Ibuprofen hatte keinerlei Wirkung. Das hat halbwegs gut funktioniert. Die Schmerzen besserten sich. Ich versuchte wieder etwas Functional mit ins Training einzubauen und habe mit Mobility angefangen und konnte die Schmerzmittel bald wieder weg lassen. Aber Anfang Januar wurde es dann so schlimm, das ich im Büro kaum noch sitzen konnte. Also doch ab zum Orthopäden. Von dort direkt zum Radiologen und damit zum Ergebnis: Mehrere Bandscheibenvorwölbungen die z.T. leicht auf die Nerven drücken  und das macht den Schmerz.  Nach Rücksprache mit Orthopäde und meinem Hausarzt heißt es jetzt also: Auf gar keinen Fall mehr laufen, erst den Schmerz zur Ruhe bringen und dann Muskeln aufbauen.

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Was auch immer man hier sehen soll…

Bin ich frustriert? – Ja, die letzten Wochen habe ich beim Laufen nach langer Durststrecke endlich wieder Fortschritte gemacht. Ich fühlte mich gut und war davon überzeugt, den Marathon im April rocken zu können – vielleicht hätte ich sogar meinen besten Marathon laufen können. Und es war so harte Arbeit endlich wieder auf ein „anständiges“ Niveau zu kommen. Es nervt tierisch! – Die letzten Jahre musste ich so oft wieder von vorne anfangen. Jetzt kommt wieder so eine lange Laufpause und es gibt auch keine ernsthaften alternativen Möglichkeiten um die Form wenigstens im Ansatz behalten zu können. Zu Wissen, das man dann wieder durch die gleichen Phasen durch muss, wieder geduldig sein muss mit sich selbst und trotzdem nicht aufzugeben. – Ehrlich gesagt frage ich mich momentan schon, ob ich darauf nochmal Bock hab.

Ich reiß mich momentan schwer zusammen und hoffe, das mich mein Physio bald wieder trainieren lässt.  Nebenher versuch ich schon immer wieder alleine ein bisschen Sport zu machen, spür dann aber doch recht schnell die Grenzen dessen was schmerzfrei geht. Ich muss momentan meine härteste und verhassteste Disziplin lernen: Geduld.

Übermotivierter Murks / überpaced

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Lebensweisheiten die man nur beim Laufen entdeckt

Nachdem es lange Zeit irgendwie nicht richtig voran ging, war ich mit einer ehemaligen Kollegin vor zwei Wochen eine Runde von 16 Kilometern laufen. Und da Anne eigentlich eher schneller ist als ich, hat sie mich auch voll aus der Reserve gelockt. Es war lange nicht so mühsam wie befürchtet und das langsame Rumgetrabe in den letzten Monaten scheint doch ein bisschen was gebracht zu haben.

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Aber wie es dann so ist und wider besseren Wissens, war ich dann natürlich logischerweise der Meinung, das folgende Intervalltraining übertreiben zu müssen. Das Ergebnis war, ähm, irritierend. Kein einziges Intervall hab ich durchgestanden…
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Na ja, manchmal muss man einfach wieder auf den Boden geholt werden. Der Körper macht dann halt doch was er kann und nicht was der Kopf will… (ein bisschen frustriert hat es mich trotzdem, zumal die Intervalle in letzter Zeit ganz gut gelaufen sind und ich oft Kilometer-Zeiten unter 5:00 geschafft habe.) Da ich es trotzdem nicht bleiben lassen kann die Messlatte auf „vorerst-unerreichbar“ zu setzen ist das nächste Ziel 7 Intervalle von 1.200m in unter 6 min (sprich 5:00min/km) zu schaffen. – Allerdings ist der Kopf so schlau, mir dafür keine genauer definierter Zeitspanne als bis „zum-Marathon“ zu geben…

Ein zweites Erfolgserlebnis gab es trotzdem am Samstag:  Ich habe es geschafft, meine Zeit im langen Lauf deutlich nach unten zu trimmen und das durchzuhalten obwohl der Puls rund 7 Schläge zu hoch war. Das finde ich momentan ganz gut. Vielleicht schaffe ich es doch noch, den Marathon im April wieder in unter 4:00:00 zu schaffen.
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Jetzt ernsthaft

So, am Freitag habe ich mich offiziell für den nächsten Marathon angemeldet.

Anmeldung Schurwald

Ich hab das irgendwie gebraucht. Nicht mehr nur ein theoretisches Ziel. Jetzt bin ich angemeldet. Eigentlich wollte ich das nicht mehr so früh machen. Seit meinen zwei verpatzten Startversuchen beim Stuttgart-Lauf bin ich etwas vorsichtig geworden (Beim ersten Mal wurde mir 8 Tage vorher der Blinddarm entfernt und beim zweiten Mal war es eine Bronchitis).

Dieses mal soll es ja aber etwas anders werden, ich will mir viel Zeit lassen beim Training und alles etwas ruhiger angehen. Allerdings spüre ich, dass ich etwas brauche, dass mich vorantreibt und mir ein bisschen Dampf macht.

Momentan merke ich echte Fortschritte, aber ich merke auch, dass es mich demotiviert, dass manche Dinge noch nicht so laufen wie ich es gerne hätte.
Ich hänge immer noch bei den 4x 1.000m Intervallen. Und das kratzt mich echt und ich muss aufpassen, dass ich mich nicht davor drücke dran zu bleiben.
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Also ein bisschen Eigendruck aufbauen und anmelden hab ich mir gedacht. – Und zumindest freue ich mich mega drauf und bin hochmotiviert mit ner Prise Respekt und Achtung von meinem Körper und meinem Können.

Die Entdeckung der Langsamkeit

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Mein Ziel ist es momentan möglichst so langsam zu laufen, dass ich meinen Puls deutlich unter 140 halte (meine – vermutliche – aerob/ anaerobe Schwelle). Ich will ja schließlich wieder längere Strecke laufen um dann irgendwann wieder Marathon zu laufen. Schnelligkeit spielt also gerade so gar keine Rolle in den normalen Laufeinheiten.

Und ihr kennt das, man läuft los und merkt auf den ersten Schritt schon: Heute hab ich den Rhythmus, es läuft sich einfach und gleichmäßig, ohne dass ich darüber nachdenken muss.
Genauso war war es heute nicht. Die Bedingungen waren eigentlich ideal (Wetter perfekt, Uhrzeit gut, der Abstand zum letzten Essen genau richtig) aber irgendwie bin ich überhaupt nicht in den Flow gekommen. Mein Ziel war einfach 100 Minuten so zu laufen, dass der  Durchschnittspuls unter 136 liegt, die Trittfrequenz für dieses Tempo anständig ist und das alles möglichst gleichmäßig und gechillt. Wenn man sich das Ergebnis anschaut hat das eigentlich ganz gut geklappt. Die Trittfrequenz ist ok, der Kilometerschnitt so wie ich ihn momentan bei einem langen, langsamen Lauf erwarte und der Puls mit 134 auf jeden Fall unter 136. Dennoch war es irgendwie mühsam, ich hab ständig auf die Uhr geschaut, damit der Puls auch ja nicht über die 136 (max. 140) rutscht.

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Was ich auf alle Fälle gut finde, ist dass ich es geschafft habe, dass ich komplett durchgelaufen bin. Keine Gehpausen mehr und ich musste eigentlich eher schauen nicht zu schnell zu laufen.
Es scheint also nicht mehr komplett unrealistisch in nicht ganz mehr 7 Monaten einen Marathon unter 4:00h zu laufen, auch wenn er 650 Höhenmeter hat.
Um dahin zu kommen ist das Ziel bis Weihnachten jetzt die Grundlagenausdauer (insbesondere in Verbindung mit Höhenunterschieden) weiter auszubauen und danach sind immer noch mehr als drei Monate Zeit um das Tempo voranzutreiben. Außerdem mache ich ja aktuell schon einmal die Woche Intervalltraining. Wenn ich ab Oktober dann auch wieder ins Functional-Training einsteige kann also eigentlich nicht mehr viel schief gehen…

<OMMMMM>

Auf Anfang

Nachdem ich mir jetzt dann lange genug Pause gegönnt habe und die Sportpause schon langsam Richtung Ausrede geht und mein Körper eindeutige Spuren der Abstinenz zeigt (deshalb: vorerst keine Fotos), wird es Zeit wieder gemächlich zu starten.

8 Monate habe ich Zeit um mich auf Marathon Nummer 4 vorzubereiten. Ich habe überlegt beim Schurwald-Marathon zu starten. Allerdings hat der schon ein paar Höhenmeter und ich will endlich wieder unter 4:00h laufen…

Aber so weit ist es noch lange noch nicht, erst mal ganz kleine Brötchen backen. Momentan würde ich noch nicht mal nen 10er mit nem 6:00er Schnitt laufen…
Deshalb ist der Plan auch relativ einfach:

KW 33:
3x 30-45min Grundlagenausdauer 1
1x Schwimmen 1000m+ gemischt

KW 34:
2x 40min Grundlagenausdauer 1
1x Intervalle: 10min einlaufen, 4 Intervalle (2+1min), 10min auslaufen
1x Schwimmen 1100m+ gemischt

KW35
1x 30min Grunlagenausdauer 2
1x 75min Grundlagenausdauer 1
1x Schwimmen 1100m+

KW36
1x 45min Grundlagenausdauer 2
1x Intervalle: 10min einlaufen, 5 Intervalle (2+1min), 10min auslaufen
1x Schwimmen 1200m+ gemischt

Soweit mal die ersten vier Wochen. Danach werde ich dann langsam die längeren Läufe ab 90min+ einbauen.
Bis ich im Oktober auch wieder anfangen werde im Studio zu trainieren will ich mich voll aufs Laufen und die Lauftechnik konzentrieren. -Back to the roots sozusagen. Stabilität wird natürlich trotzdem nicht zu kurz kommen. Dafür sorgen schon alleine die Trainer in der Krankengymnastik.
Und irgendwer hat mir noch nahegelegt mal wieder mit Yoga anzufangen, nur bin ich dafür gerade viel zu hibbelig…

„Sportler“

Irgendwie muss ich immer grinsen, wenn ich mich selber als Sportler bezeichne. Als Kind und Jugendliche war ich sooooo unsportlich. Mittlerweile mache ich Sachen, die ich mich als Kind nie getraut hätte und auch nie verstanden habe, wie das funktionieren soll…

Wenn meine Sportlehrer (von der ersten Klasse angefangen: Hallo Frau Suchanek!) mich heute sehen könnten: Bei den Bundesjugendspielen nie auch nur eine Sigerurkunde bekommen und jetzt läuft sie Marathon und steht voll auf Zirkeltraining. Selbst Triathlon wird getestet und unbedingt muss auch noch ein Hindernislauf her. Eigentlich richtet sich das ganze Leben überwiegend ums Laufen und alles was man drumherum machen kann.

Wie man an mir eindeutig sieht: KEINER ist sportlich oder unsportlich geboren! Klar hat man Talente oder bessere Voraussetzungen für unterschiedliche Sportarten. jemand mit kurzen Beinen wird jetzt im Weitsprung vielleicht nicht ganz so weit kommen wie jemand mit langen Beinen. Auch ist es einfacher, wenn in der Familie Vorbilder da sind, die einem Sport vorleben können. Sport machen und sich damit auf allen Ebenen etwas Gutes tun und das auch zu erkennen und es nicht als Quälerei zu sehen – das muss man aber selber!
Und wenn man zum ersten Mal so richtig Endorphine ausgeschüttet hat, dann ist man einfach süchtig nach diesem Gefühl.

Und genau deshalb und nur deshalb laufe ich Marathon, es gibt einfach nichts geileres (mir fällt einfach kein besseres Wort ein) als das Gefühl ins Ziel zu laufen! Und egal wie der Lauf war, spätestens nach drei/vier Tagen kommt der Kopf hinterher und die Gefühle tanzen Tango: Du hast einen Marathon geschafft!

So nach einem Monat lässt das dann langsam nach und man beginnt sich danach zu sehnen und dann fängt der ganze Kreislauf wieder von vorne an. – Ja, ich bin infiziert, nicht unbedingt vom Lauffieber, aber vom Glücksgefühl danach und Laufen ist mein Mittel zum Zweck. Ich finde es fühlt sich an wie Fliegen und sich einfach fallen lassen.

Ich glaube das Gefühl ist es, was einen Sportler ausmacht.

 

Nicht aufgeben – oder wer ist Celine?

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Puuh, ich hätte nicht gedacht, dass ein Marathon noch härter sein kann als der Iller-Marathon im letzten Jahr.

Zu erst: Ich war noch nie so stolz in Ziel gekommen zu sein. Nie war es härter ein Ziel zu erreichen und nie wollte ich Mama und Papa öfter anrufen, damit sie mich abholen!

Dann: 7,5 Wochen Training bei meinem Trainingsrückstand sind einfach nicht genug für einen Marathon. Aber da die Frühjahres-Marathons hier in der Umgebung jetzt langsam durch sind gab es keine wirkliche Alternative. Entweder der Trollinger oder dann erst im Herbst wieder. – Und da steht ja eigentlich noch der Jedermann-Triathlon an…
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Jetzt aber zum Marathon selber:
Da der Trainingsrückstand eben ziemlich groß war, habe ich mir kein Zeitziel gesetzt. Dementsprechend erstaunt war ich, dass die ersten 10 Kilometer so locker liefen. Der Schnitt war so um die 6:00min/km. Also wirklich super…

Doch dann wurde es nass, erst war es nicht schlimm, ein bisschen Regen eben. Aber ich bin Brillenträger und irgendwann habe ich dann nichts mehr gesehen. Ab Kilometer 14 hatte ich dann echt keinen Bock mehr, null, nada, niente… Dann hab ich auch noch einen Stöpsel von meinen Ohrhörern verloren und der andere wollte nicht mehr halten. Und mir war kalt. Ich hab so oft daran gedacht über Cortana (das Windows-Pendant zu Siri) meine Eltern anzurufen, damit sie mich abholen. Und da hatte ich noch nicht mal die Hälfte…

Irgendwann kam das Vater-Tochter-Team vorbei, das immer irgendwo in meiner Nähe war. Ich war gerade das erste Mal am Gehen und da ruft sie (Celine): „Bloß nicht mit dem Gehen anfangen“ – Was sie dann noch gerufen hat, habe ich nicht ganz verstanden, oder aber ich war schon völlig im Delirium: „Ich lese deinen Blog jedes Mal“ – Und das kann quasi nicht sein. Der Blog führt ein eher unscheinbares Dasein im Hintergrund all der großen Laufblogs…
Na ja in dem Moment hat mich das auf jeden Fall wieder etwas aufgeweckt und ich bin grinsend angelaufen und dachte bis Kilometer 30 gebe ich mir! An der nächsten Verpflegungsstelle kam dann wieder von der Seite von Celine: „Nur an der Versorgungsstelle darf man gehen!“ – Also bin ich danach wieder los getrabt und irgendwie hat mich Celine damit, auch wenn sie es nicht weiß – es sei denn sie liest tatsächlich diesen Blog – dazu gebracht weiter zu beißen.

Ich habe es zwar nicht geschafft nur an den Versorgungsstellen zu gehen (die waren immerhin alle 2-3 Kilometer) und ich bin zwischendurch sehr viel gegangen, aber ich habe es ins Ziel geschafft. Ich habe innerlich jeden Kilometer ab Kilometer 32 gefeiert: Nur noch 10, noch 9, 8, und dann nur noch 5. Und da habe ich dann sogar noch die Walker überholt!!!
Hier muss ich jetzt echt was loswerden: Liebe Trollinger-Marathon-Veranstalter könnt ihr bitte, bitte, bitte die Stöckchen-Träger dazu anhalten sich rechts zu halten, nach 37 Kilometern hat kein Läufer mehr Bock auch noch darauf achten zu müssen, dass er irgendwelche Stöcke zwischen die Beine oder ins Gesicht geknallt zu bekommen, weil sich jemand die Nase putzt!

Trollinger

Marathontraining – Shades of Grey für Sportler

Endspurt – Endspurt zu Marathon No. 3.

Functional Athletics – oder wenn mir jemand weh tut, dann ich selber. Aber wenn mich jemand dabei anbrüllt klappt das schon besser…

Donnerstag, Fitness-Studio. S. macht seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder nen Kurs. – Irgendwie hat da dann mein Hirn ausgesetzt. Eigentlich kenne ich die Konsequenzen ganz genau, hat aber nicht viel geholfen, niemand kann so schön brüllen. Also bin ich statt Stabi-Training zu machen in den Kurs:
Start: 4 Minuten „Lunges“ (dt. Ausfallschritte).
Dann jeweils 60 Sekunden „Lunge-Jumps“ am TRX (dt. Ausfallschritte gesprungen), „Squats“ gesprungen am TRX (dt. Kniebeugen), Sprints, „Burpees“ (dt. Hock-Streck-Sprung, meine absolute Kreislauf-Killer-Übung), „Jumping Jacks“ (dt. Hampelmänner) und wieder von vorne. Und das eine halbe Stunde lang. Nach 15 Minuten fiel mir ein, dass ich zwei Tage später 28 Kilometer laufen darf – da war es dann aber irgendwie schon zu spät.

Freitagmorgen, Bett. Wie komme ich hier raus – Muss ich eigentlich hier raus? Ich habe den ganzen Tag immer wieder an S. gedacht und es waren keine netten Dinge, die ich gedacht habe. (Nicht kleinlich werden, von wegen selber schuld und so – macht doch ihr mal den Kurs mit und versucht das mit angezogener Handbremse)

Samstagmorgen 8:00h, Sch… die Oberschenkel und der A… brennen. 28 Kilometer sagt R.s Trainingsplan. Blöd, dass ich eine Woche komplett aufs Training verzichten und damit direkt von 22 Kilometern ohne Zwischenschritt auf 28 Kilometer musste.
Die einzige Motivation: noch 5 Wochen und die Vier-Stunden-Marke ist noch nicht in Sichtweite.
Also: Augen zu und durch.
Das Beste: Mein Verpflegungsfahrrad B.
Das / Sie wollte ja irgendwann abdüsen und ich wäre die letzten Kilometer alleine gelaufen. Aber mein Schimpferei (diverse Male fiel der Name S.) hat wohl Mitleid geweckt und sie hat mich dann doch bis zum Schluss mental unterstützt. So geil! Danach gings dann noch ab ins Studio, die Blackroll quälen und in die Sauna. Der Muskelkater sollte wenigstens etwas gedämpft werden. Allerdings wurde ich eher von der Blackroll gequält: Sch… auf Shades of Grey, wer braucht schon ne Peitsche, wenn er ne Blackroll hat – so ein Knebel wäre allerdings ganz gut gewesen – ich musste mich schon schwer zusammen reißen um nicht das halbe Studio zusammen zu brüllen.

Heute kann ich schon langsam wieder gehen (vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer und ins Bad) und morgen stehen 10 ambitionierte Trainingskilometer auf dem Plan – Ich liebe Marathontraining

P.S. Ich weiß, es sind nur 27,1 Kilometer, aber der Bahnhof war dann doch schneller da als geplant…

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Mittendrin

Hochstimmung – Seit drei Monaten verletzungsfrei und seit 3,5 Wochen trainiere ich wieder ganz gezielt auf einen Marathon. Momentan ist jeder Lauf eine Steigerung. Ich spüre regelrecht, das ich wieder an meine „alte“ Form ran komme und es geht erstaunlich schnell. Der Trainingsplan, den ich mir jetzt zum dritten Mal vom Trainer meines Vertrauens erstellen lassen habe ist aber auch nicht zu überambitioniert. Ich muss zugeben insbesondere bei den Intervallen fühle ich mich fast unterfordert – aber da ich Vertrauen in Robin habe, halte ich mich doch ziemlich strikt daran. Ich würde ja schon gerne unter 4h laufen, aber ob ich das schaffe, wird man sehen. Der Trollinger-Marathon geht über die Weinberge in Heilbronn und hat dadurch schon ein paar Höhenmeter mehr als meine bisherigen Marathons (Oder Marathone???).

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Zum nächsten Marathon waren dann auch wieder neue Schuhe fällig. Die letzten habe ich mir vor über einem Jahr angeschafft, es war jetzt einfach Zeit. Mein bisheriger Dealer ist leider nicht mehr verfügbar, also musste ich mir einen neuen suchen. Und dann habe ich auch noch erfahren, dass meine Lieblingsmarke in Zukunft keine Laufschuhe mehr produziert. – Ärgerlich, dabei waren Pearls so perfekt für mich. Ich habe relativ schmale, aber lange Füße (Laufschuhgröße ca. 42 – 42,5). Mir passt nicht jeder Laufschuhe und mittlerweile mag ich es auch nicht mehr, wenn sie zu sehr gedämpft sind. Deshalb fallen viele Marken einfach raus.
Deshalb probier‘ ich jetzt mal was anderes aus und teste die Schweizer. Ich hab bisher nur von Leuten gehört, dies sie entweder lieben oder hassen. Ich bin mal gespannt, zu welcher Kategorie ich gehöre und hoffe, dass ich das Geld nicht umsonst ausgegeben habe!

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