Fertig

Vor zwei Wochen habe ich Sie fertiggestellt:

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Meine Projektarbeit – etwas länger als gedacht, aber sie hat es auch in sich!

Ich bin froh, das ich damit durch bin! Ich hatte viel Spaß daran, mehr über die Themen zu erfahren, aber die Doppelbelastung mit einem neuen Job und dem Studium ist manchmal schon einfach viel. Das ich jetzt zumindest diesen Teil hinter mir hab, nimmt mir doch ganz schon Druck raus. Jetzt steht noch die Vorbereitung der Präsentation an und dann die Präsentation selber.

Physisch geht es wieder bergauf. Momentan bin ich auf mich alleine gestellt, weil sich die Versicherung etwas quer stellt. Das ist besonders blöd, weil die Diagnose mittlerweile etwas anders ausschaut. Ich hab mittlerweile einen neuen Orthopäden der festgestellt hat, das sämtlich Ärzte (Orthopäde, zwei Radiologen, Hausarzt und Neurologe) die Bilder nach dem ersten Befund nicht mehr angeschaut haben. Der erste Radiologe hatte einen Bandscheibenvorfall nicht aufgeführt in seinem Bericht, deshalb gingen bisher immer alle davon aus, dass es sich lediglich um Vorwölbungen handelt. Tja, das erklärt auch so ein bisschen, warum ich immer wieder so heftige Schmerzattacken hatte und sich mein rechtes Bein so kraftlos anfühlt. Der Orthopäde hat noch bevor er die Bilder vom MRT gesehen bemerkt, das mein rechter Gluteus Maximus deutlich kleiner ist als der linke! Wenn ich auf dem rechten Bein stehe kann mich mit dem kleinen Finger aus dem Gleichgewicht bringen.
Zumindest weiß ich seitdem woran ich arbeiten muss. Ich arbeite jetzt auch an meiner Kraft in den Beinen und im Po. Rumpf-, Bauch- und Rückenmuskulatur werden weiter trainiert und ich mache wieder mehr Stabi-Training. Auch die wenig geliebte Mobility-Einheiten werden jetzt noch etwas ausgebaut und ich bin sehr zuversichtlich, das ich bis zum Ende des Sommers wieder mehr als 5 Kilometer am Stück laufen kann.

Ganz nebenbei verliere ich den Gedanken an einen Mini-Triathlon nicht aus den Augen und versuche mich am Kraulschwimmen. Mühsam ist alles, was ich dazu sagen kann. Ich hasse Kraulschwimmen, ich bekomme es einfach nicht hin! Ich habe immer gedacht, das meine Ausdauer durch das Laufen echt gut ist – beim Schwimmen bekomme ich Schnappatmung!

Druck

 

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flow oder fight?

Beim Laufen gibt es bei mir zwei Modi:

Flow und Fight

Flow
Das sind die Läufe bei denen alles passt, man sich wohl fühlt und man ewig weiterlaufen könnte. Manchmal dauert es auch bisschen bis ich in diesem Modus ankomme. Ich schaffe das meist nur bei Läufen die länger gehen als eine Stunde.
Das sind die Läufe, wegen denen ich das Laufen angefangen habe und weshalb ich immer wieder zum Laufen zurückkomme. Das sind die Läufe auf die ich hinfiebere, solche Läufe möchte ich wieder erleben. Denn hier kommt Laufen dem Fliegen am nächsten. Die Geschwindigkeit? – völlig egal, meist eher langsam, manchmal aber auch erstaunlich schnell!

Beim Fight-Modus gibt es für mich noch drei Sub-Varianten:

Fight –  Ich will Vollgas und hau rein
Ich will mich abreagieren, es zischen lassen, der schlechten Laune davonlaufen oder die gute Laune rauslassen.
In dem Modus laufe ich meine besten Intervalle – Lange GLA-Läufe funktionieren da gar nicht. Momentan versuche ich beim Laufen überwiegend in diesen Modus zu kommen. Schließlich sind gerade rein physisch nur Intervalle  angesagt.

Fight – Der Körper ist langsam und mag nicht
Die Beine sind schwer, selbst die Arme schwingen nur mühsam mit. Und schnell, das geht heute gar nicht. Dieses Gefühl beim Laufen stellt sich ehrlicher Weise dann ein, wenn ich übermüdet, überlastet oder sonst wie angeschlagen bin. Wenn ich dann trotzdem laufen will um den Kopf frei zu bekommen, dann ist das diese Art von Kampf, bei der man den Kopf über den Körper stellt. Das sind die Läufe die es einem schwer machen dran zu bleiben, denn besonders wirkungsvoll auf den Trainingserfolg bezogen sind sie meist nicht.

Fight – Der Kopf hat keinen Bock
Da ist einfach nur das Gefühl, ich sollte Laufen gehen, Lust habe ich aber nicht wirklich. Allerdings sollte das Trainingspensum schon gehalten werden. Also geh ich doch, allerdings unmotiviert und das endet in der Regel ganz ähnlich wie wenn ich laufe, obwohl der Körper nicht mag. Es sind frustrierende Einheiten, die man eben absolviert. Ob sie immer Sinn machen? – Ich zweifle mittlerweile daran und mache seit meinen Bandscheiben-Problemen solche Einheiten nicht mehr.

Wenn ich also trotz der Tatsache, das Kopf oder Körper keinen Bock auf Laufen mehr haben, das Bedürfnis habe zu trainieren, gibt es momentan viel Alternativ-Training.
Das macht derzeit einfach auch mehr Sinn. Ich versuch insgesamt noch mehr Core-Stabilität und -Kraft aufzubauen und auch das ungeliebte Dehnen / Mobility versuche ich dann in solchen Einheiten umzusetzen.

Bringts was? – Zumindest sagt mir mein Gefühl, das es besser für meinen Körper ist, wie eine erzwungene Laufeinheiten an der ich keinen Spaß habe.
Und ehrlich gesagt geht es mir auch nicht so leicht aus dem Kopf, das mir mein Physio bei der letzten Stunde nochmal nahe gelegt hat doch die Sportart zu wechseln. – Deshalb vermeide ich gerade Einheiten, die entweder der Kopf oder der Körper nicht will.

Vorfußlaufen

1. Training

Von „Natur aus“ bin ich Fersenläufer. Seitdem ich mit 16 angefangen habe zu Laufen ist es mir bis vor zwei Jahren nie in den Sinn gekommen, daran etwas zu ändern. Dann habe ich eine Laufstilanalyse machen lassen und einer der Punkte die mir damals empfohlen wurden, war im Laufstil flexibler zu werden. Ich habe es dann auch immer wieder zwischendurch in meine Laufeinheiten eingebaut und bin kurze Strecken vorfuß gelaufen, aber eine intensive Umstellung wollte ich eigentlich nie machen.

Aufgrund der Rückenprobleme hatte mir mein Physio aber nahe gelegt, aufs Laufen zu verzichten zumindest aber die Lauftechnik umzustellen und den Umfang zu reduzieren. Auch mein Hausarzt und Sportmediziner hat mir empfohlen die Lauftechnik umzustellen und keine Langstrecken mehr zu laufen. Seine Empfehlung war, ganz auf Vorfuß zu wechseln.

Vorfuß-Ferse
Meine persönlichen Vor- und Nachteile des Vorfuß- / Fersenlaufs

Seitdem ich wieder etwas laufen kann arbeite ich also daran, komplett auf Vorfußlaufen umzustellen. Ich weiß, zu dem Thema Vorfußlaufen gibt es so viele Meinungen wie Läufer. In verschieden Laufforen und von verschiedenen „Experten“ hört man das es für die wenigsten Läufer geeignet ist und das Verletzungsrisiko ziemlich hoch ist. Auf der anderen Seite sind sich auch sehr viele einig, das Vorfußlaufen an sich nicht schlecht ist, sogar gesund und auch natürlich wenn man es beherrscht. Und da liegt auch der Knackpunkt. Vorfußlaufen funktioniert nicht von heute auf morgen. Die meisten Verletzungen beim Vorfußlaufen entstehen durch Überlastungen. Das heißt für mich momentan: GAAANZ langsam, nur geringe Umfänge und nur wenige Einheiten die Woche. Also zweite Disziplin, bei der mir nur mein Dickkopf hilft: GEDULD.
Vorfußlaufen ist merkwürdig und man muss sich schon bewusst darauf konzentrieren, am Besten klappt es noch beim Bergauflaufen, da macht es eigentlich jeder Läufer automatisch. Meine Grenzen sind momentan ganz klar im Fußbereich. Wenn ich gerade richtig gegoogelt habe, dann ist mein „retinaculum musculorum flexorum pedis“ nach dem Laufen müde und gefühlt leicht gereizt. Mit meiner Blackroll-Ausrüstung komme ich leider auch nicht so richtig gut an die Stelle so das ich momentan ganz freiweillig das Laufpensum nicht erhöhe obwohl ich absolut Lust dazu hätte. Und ich mach nach jeder Laufeinheit freiwillig und schon fast mit Spaß noch ein bisschen Lauf-ABC. Nur beim Dehnen müsste ich vermutlich noch konsequenter sein. Denn wenn man seinen Laufstil so drastisch verändert wie ich, darf man nicht vergessen, dass die Muskulatur sich vielleicht noch relativ schnell aufbaut, Bänder und Sehnen benötigen aber deutlich mehr Zeit und Bemühungen um sich an die veränderte Art der Belastung zu gewöhnen.

Das Laufen aber nicht nur in den Beinen stattfindet ist mittlerweile wohl bei jedem (bewussten) Läufer angekommen. Neben der Umstellung in den Beinen versuche ich beim Laufen momentan ganz bewusst darauf zu achten, den Oberkörper stabil zu halten und die Muskulatur anzuspannen ohne zu verkrampfen. – Der Nachteil: Laufen ist für mich eigentlich etwas sehr meditatives, aktuell muss ich mich aber sehr konzentrieren. Ich trainiere das Vorfußlaufen in Intervallen um zwischendurch dem Kopf und dem Körper Pause zu geben und zu entspannen und wieder bewusst ins Laufen zu starten ohne zu schludern. Meinen Oberkörper und Stabilisation trainiere ich zusätzlich in der Physio und ab und zu auch im Studio.
Um mich beim Laufen wirklich nicht zu überlasten laufe ich derzeit nicht öfter als zweimal die Woche mit relativ kurzen Einheiten bis knapp 10 Kilometer:

  1. 5 Kilometer: 500m einlaufen, 9 Intervalle mit 300m schnell und 150m gehen, 450 cool-down.
  2. 9,2 Kilometer: 1km einlaufen, 4 Intervalle mit 1,55km laufen und 500m gehen

2. Der psychologische Faktor:

Ich habe mich in den letzten 4 Monaten oft gefragt, ob ich überhaupt wieder wirklich laufen und so viel Sport machen will. Ich könnte das Laufen und den Sport auch einfach bleiben lassen. Ich hätte dadurch viel mehr Zeit, gerade auch für mein Studium, das ich parallel noch betreibe.
In den letzten 5 Jahren hat Sport in meinem Leben eine Bedeutung bekommen, die ich nie für möglich gehalten hätte. – Meine Familie und meine Freunde vermutlich auch nicht… Seit Januar / Februar sah es auf einen Schlag anders aus. Ich hatte zeitweise so starke Schmerzen, das mir minimale Bewegungen die Tränen in die Augen schießen ließen.  Mein Sportpensum musste ich dadurch fast auf Null runterfahren. Statt bisher zwischen 4-6x die Woche Training waren es maximal zwei Einheiten. Das war in den ersten Wochen vor allen Dingen für den Kopf schwer. Ich hatte eine unglaubliche Angst wieder dick zu werden und meine Energie zu verlieren. Und ja, das ist in Teilen auch eingetreten. Am meisten zu schaffen hat mir aber gemacht, dass ich nicht mehr entspannen konnte und einfach immer (vermutlich auch durch die Schmerzmittel) müde und antriebslos nach der Arbeit war. Mittlerweile kommt die Energie langsam zurück und als ich mich dann zum ersten kurzen Lauf wieder regelrecht aufgerafft habe, kam das Aha-Erlebnis, ja mir tat der Rücken danach etwas weh, aber es ging mir gleichzeitig so viel besser. Der Schleier, der mir vor den Augen liegt macht jetzt langsam Platz. Ich teste also momentan ganz vorsichtig aus, was ich tun kann um die Balance zwischen freiem Kopf und schmerzfreiem Laufen zu halten.

Diesen Sonntag ist mir das richtig gut geglückt. Eigentlich habe ich miserabel geschlafen und war ab 4.00h wach im Bett. Um 7.00h habe ich es dann schließlich aufgegeben, bin aufgestanden und wie von selbst hab ich meine Laufklamotten angezogen. Irgendein Magnet hat mich dann an die Bärenseen getrieben. Obwohl es kein „guter“ Lauf war, war  es vielleicht sogar der schönste Trainingslauf meines Lebens. Ich habe die Gehpausen in den Intervallen genutzt um mich auf meine Umgebung zu konzentrieren und die Ruhe die um diese Uhrzeit herrschte mitzunehmen. (nach 10:00h kann man hier am Wochenende eigentlich nur noch Slalom um Kinderwägen, Walker und Spaziergänger laufen). Der Lauf war genau das, was mir die letzten Monate gefehlt hat. Er ist meine Motivation um dran zu bleiben, genug Geduld mitzubringen, mich nicht zu überfordern um solche Läufe wieder und wieder erleben zu dürfen!

 

Ich habe es getan – schon zweimal

und es war gut! So gut, dass ich es jeden Tag tun könnte.

Deutschland, April 2018. Bisher hat sich das Wetter von seiner allerbesten Seite gezeigt.
Meine Beine jucken, wenn ich in der Arbeit bin. Sie schreien beinah „Feierabendrunde, raus mit dir“

Letzte Woche am Samstag konnte ich dann nicht mehr anders. Es musste sein. Ich musste laufen. Ich war sehr vorsichtig, hab sehr genau auf meinen Körper gehört. Ich habe extrem darauf geachtet, dass ich meine Bauchmuskulatur auf Spannung halte und bin nur Vorfuß gelaufen. Ich bin Vorfuß nicht gewohnt. Ich finde es zwar unproblematisch zwischen Fersen- und Vorfuß-/Mittelfußstil zu wechseln, meine Beinmuskulatur ist aber einfach (noch) nicht darauf ausgerichtet längere Strecken Vorfuß zu überstehen. Deshalb bin 4x 1500m gelaufen und habe dazwischen immer 500m Gehpausen eingelegt. Nach drei Monaten Laufpause ist auch die Kondition nicht ganz da wo sie hingehört und scheinbar brauchen meine Lungen noch ein bisschen um sich wieder voll zu entfalten.

Aber es hat so viel Spaß gemacht und hat so gut funktioniert, dass ich es dieses Wochenende gleich wieder probieren musste. – Schon alleine weil heute eigentlich mein Marathon gewesen wäre und die beste Frau schlappe 3:41:20h gebraucht hat. Ich hätte mit meiner Vorbereitung ne Altersklassenplatzierung bekommen, vermutlich sogar einen Platz auf dem Podest – Nervt es mich? Ein bisschen schon! Und deshalb musste ich dieses Wochenende auf jeden Fall wieder raus an dir Luft. Meine Wadenmuskulatur braucht aber noch Zeit um sich daran zu gewöhnen und ich merke schon auch, dass ich meinen Rücken nicht überfordern darf. Slowly does it…

Laufgier

Ich habe mich letztes Jahr als (stellvertretende) Beauftragte für Chancengleichheit aufstellen und wählen lassen. In dieser Funktion war ich heute in Stuttgart-Hohenheim zum halbjährlichen Erfahrungsaustausch an Stuttgarts zweithöchstem Arbeitsplatz nach dem Fernsehturm.

Aber warum erzähl‘ ich das und was hat das mit Laufen zu tun? – Nun ja, von der Terrasse des Besprechungsraums hat man einen gigantischen Blick. Einen gigantische Blick vor allem über mein Laufstrecke Bärenseen – Schloß Solitude…

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Das letzte Mal bin ich hier vor über zwei Monaten gelaufen. Es ist eine meiner bevorzugten Laufstrecken, da man hier überwiegend durch den Wald läuft und die Strecke zu Beginn recht lange bergauf geht, man aber den Vorteil hat, die letzten Kilometer nur noch talwärts zu laufen.

Lieblingsrunde

Was ich nicht wusste als ich im Januar hier lief, war dass das für lange Zeit das letzte Mal ist. Schon eine Woche später kam dann meine vorerst letzte Laufrunde. Vermutlich hätte ich mich etwas mehr angestrengt, wenn ich das gewusst hätte…
Na ja, auf jeden Fall hat mich heute richtig das Lauffieber gepackt, als ich diese Aussicht gesehen habe. Noch heftiger wurde es, als mir am Ende auf dem Weg zu S-Bahn eine Gruppe von Läufern entgegen kam, die offensichtlich auf dem Weg zu den Bärenseen war. Die letzten Tage war bombastisch gutes Laufwetter und es juckt mich in den Zehen, die Schuhe zu schnüren. Ich vermisse den „Laufwind“ um die Nase, die Freiheit beim Laufen und das Gefühl einfach loslassen zu können und drauflos zu rennen.
Nicht weiter verwunderlich also, dass ich eigentlich heute meinen Physio fragen wollte, ob ich nicht wenigstens langsam wieder eine kleine Runde laufen kann.

Ich würde hier jetzt gerne den Ton vom Zonk abspielen (kennt das hier überhaupt noch jemand?). Zu meiner Frage kam es nämlich gar nicht. Mein Physio fing zu Beginn der Behandlung damit an über das MRT zu sprechen:
Die Vorwölbungen und der Scheuermann würden viele Probleme der letzten Jahre erklären und ehrlicherweise sprächen sie nicht unbedingt dafür, dass mein Körper zum Laufen gemacht ist. Ich soll mir überlegen, ob nicht andere Sportarten sinnvoll sind.
Tja, nicht ganz so hart hatte ich das schon von meinem Hausarzt gehört, wobei der sich eher auf meine Marathon“karriere“ bezogen hat. Ich könnte durchaus wieder laufen, nur die Langstrecken sollte ich weglassen.
Ich bin nicht begeistert, gar nicht begeistert davon. Ich ohne Laufen, wie soll das denn funktionieren, selbst mein einziges Tattoo bezieht sich darauf!
Ohne Laufen kann ich nicht richtig runterfahren, ich verarbeite beim Laufen meinen Alltag. Ich bin mir auch sicher, meine Umwelt findet mich ausgeglichener wenn ich laufe…

Eine wirkliche Diskussion habe ich mit meinem Physio nicht geführt, aber er kennt mich ganz gut und weißt wie schwer es mir fällt loszulassen und Anspannungen abzuwerfen. Deshalb kamen, glaube ich, nicht viele Gegenargumente, als ich genau die Punkte angeführt habe, um zu verdeutlichen, warum ich es nicht einfach sein lassen kann. Im Endeffekt hat er mir nahe gelegt, dass ich noch viel stärker an meiner Technik arbeiten muss. Das Laufen wird wohl mehr zur Nebensache werden und sobald wie möglich werde ich wieder intensiv ins Functional Training einsteigen.
Das ich das Thema Triathlon dann heute gar nicht mehr angesprochen habe, kann man dann jetzt vielleicht nachvollziehen…

Den Tag muss ich jetzt auf jeden Fall erstmal verdauen.

Kopf hoch
ein liebes Geschenk von einer Freundin

Alternativtraining

Strahlend schöne sonnige Wintertage! Perfektes Laufwetter! Und mir fällt es so schwer, die Beine still zu halten. Gestern hätte ich beinahe die Vernunft über Bord geschmissen um mal wieder eine schöne Seerunde zu drehen.

Ich hatte die Klamotten schon  an und hab dann gerade noch die Kurve gekriegt und bin ins Studio abgebogen.  Da hab ich dann 30 Kilometer auf dem Spinning-Rad abgestrampelt. Mit Frust in den Beinen und dem Tablet vor der Nase kann man aber ganz ordentlich treten, so viel hätte ich sonst vermutlich nicht geschafft. Die Pace (sagt man das beim Radeln überhaupt???) war mit 90rpm auch ganz ordentlich. Dementsprechend habe ich es auch endlich mal geschafft, beim Radeln den Puls etwas höher zu bekommen und auf einen Durchschnitt von 130 zu bringen. Im Anschluss hab ich mich und meine harten Waden noch über die Blackroll gequält.

Polar

Dank meinem Physio, Akupunktur,  Geduld (na ja) und der Tatsache, dass ich endlich wieder trainieren kann fühl‘ ich mich langsam wieder sicherer mit meinem Körper und kann besser einschätzen, wie weit ich gehen kann, ohne hinterher wieder tagelang Schmerzen zu haben.

 

Neue Disziplin und noch mehr schwarz-weiß Bilder

So jetzt ist es raus. Ich darf nicht mehr laufen. Eigentlich mach ich das schon die letzten drei Wochen nicht mehr. Aber ich habe mich erst gestern dazu entschließen können vom Marathon im April Abstand zu nehmen.

Mein Hausarzt und mein Orthopäde haben mir „verboten“ zu laufen bis ich quasi über ein Sixpack (Muskeln; nicht Bier) verfüge. Ich soll Rücken- und Bauchmuskulatur aufbauen, das es kracht „und wenn man mit Proteinen nachhelfen muss.“

Aber kurz Rückblende: where it all began.
Im Sommer hatte ich ja schon einmal mächtig Ärger mit dem Rücken. Das ging aber vorbei und ich war mir sicher jetzt endlich für längere Zeit ohne Physio auszukommen. –  Das hat genau bis Oktober funktioniert. Da fing es dann wieder langsam an. Der Rücken tat nach längeren Belastungen wieder ordentlich weh. Das Functional Training hab ich schnell wieder an den Nagel gehängt. Aber noch war ich mir sicher: Das bekomme ich selber wieder hin – bei soviel Physio und Krankengymnastik ist genug hängen geblieben. Im Dezember wurde es dann zum ersten Mal richtig schlimm. Ich bin zu meinen Hausärzten und habe andere Schmerzmittel verschrieben bekommen, denn Ibuprofen hatte keinerlei Wirkung. Das hat halbwegs gut funktioniert. Die Schmerzen besserten sich. Ich versuchte wieder etwas Functional mit ins Training einzubauen und habe mit Mobility angefangen und konnte die Schmerzmittel bald wieder weg lassen. Aber Anfang Januar wurde es dann so schlimm, das ich im Büro kaum noch sitzen konnte. Also doch ab zum Orthopäden. Von dort direkt zum Radiologen und damit zum Ergebnis: Mehrere Bandscheibenvorwölbungen die z.T. leicht auf die Nerven drücken  und das macht den Schmerz.  Nach Rücksprache mit Orthopäde und meinem Hausarzt heißt es jetzt also: Auf gar keinen Fall mehr laufen, erst den Schmerz zur Ruhe bringen und dann Muskeln aufbauen.

MRT
Was auch immer man hier sehen soll…

Bin ich frustriert? – Ja, die letzten Wochen habe ich beim Laufen nach langer Durststrecke endlich wieder Fortschritte gemacht. Ich fühlte mich gut und war davon überzeugt, den Marathon im April rocken zu können – vielleicht hätte ich sogar meinen besten Marathon laufen können. Und es war so harte Arbeit endlich wieder auf ein „anständiges“ Niveau zu kommen. Es nervt tierisch! – Die letzten Jahre musste ich so oft wieder von vorne anfangen. Jetzt kommt wieder so eine lange Laufpause und es gibt auch keine ernsthaften alternativen Möglichkeiten um die Form wenigstens im Ansatz behalten zu können. Zu Wissen, das man dann wieder durch die gleichen Phasen durch muss, wieder geduldig sein muss mit sich selbst und trotzdem nicht aufzugeben. – Ehrlich gesagt frage ich mich momentan schon, ob ich darauf nochmal Bock hab.

Ich reiß mich momentan schwer zusammen und hoffe, das mich mein Physio bald wieder trainieren lässt.  Nebenher versuch ich schon immer wieder alleine ein bisschen Sport zu machen, spür dann aber doch recht schnell die Grenzen dessen was schmerzfrei geht. Ich muss momentan meine härteste und verhassteste Disziplin lernen: Geduld.

Übermotivierter Murks / überpaced

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Lebensweisheiten die man nur beim Laufen entdeckt

Nachdem es lange Zeit irgendwie nicht richtig voran ging, war ich mit einer ehemaligen Kollegin vor zwei Wochen eine Runde von 16 Kilometern laufen. Und da Anne eigentlich eher schneller ist als ich, hat sie mich auch voll aus der Reserve gelockt. Es war lange nicht so mühsam wie befürchtet und das langsame Rumgetrabe in den letzten Monaten scheint doch ein bisschen was gebracht zu haben.

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Aber wie es dann so ist und wider besseren Wissens, war ich dann natürlich logischerweise der Meinung, das folgende Intervalltraining übertreiben zu müssen. Das Ergebnis war, ähm, irritierend. Kein einziges Intervall hab ich durchgestanden…
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Na ja, manchmal muss man einfach wieder auf den Boden geholt werden. Der Körper macht dann halt doch was er kann und nicht was der Kopf will… (ein bisschen frustriert hat es mich trotzdem, zumal die Intervalle in letzter Zeit ganz gut gelaufen sind und ich oft Kilometer-Zeiten unter 5:00 geschafft habe.) Da ich es trotzdem nicht bleiben lassen kann die Messlatte auf „vorerst-unerreichbar“ zu setzen ist das nächste Ziel 7 Intervalle von 1.200m in unter 6 min (sprich 5:00min/km) zu schaffen. – Allerdings ist der Kopf so schlau, mir dafür keine genauer definierter Zeitspanne als bis „zum-Marathon“ zu geben…

Ein zweites Erfolgserlebnis gab es trotzdem am Samstag:  Ich habe es geschafft, meine Zeit im langen Lauf deutlich nach unten zu trimmen und das durchzuhalten obwohl der Puls rund 7 Schläge zu hoch war. Das finde ich momentan ganz gut. Vielleicht schaffe ich es doch noch, den Marathon im April wieder in unter 4:00:00 zu schaffen.
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Dran bleiben

Vor zwei Monaten habe ich wieder ernsthaft begonnen zu laufen. Vor zwei Wochen habe ich dann auch wieder mit dem Functional Training angefangen und Schwimmen versuche ich auch noch regelmäßig einzubauen.

Es ist so krass, wie einen Sport verändern kann. Jedes Mal wenn ich in den letzten drei Jahren länger pausiert habe / pausieren musste, hat es mich danach geflasht. Mich macht Sport wacher, aktiver, meine Einstellung verändert sich und ich fühle mich wieder selbstbestimmter und nicht mehr so gesteuert.
Genau das Richtige also, wenn man an die immer kürzer werdende Tage denkt. Außerdem steht bei mir in wenigen Tagen ein (interner) Jobwechsel an und ich weiß, dass ich dafür auf jeden Fall jedes Stückchen Energie das ich bekomme aufsaugen muss, denn bis Ende des Jahres werde ich zu den neuen Aufgaben auch meine Nachfolgerin einarbeiten und Teil 2 meines Kontaktstudiums beginnt.

Aber zurück zum Thema Sport: Momentan bin ich vor allem beim Laufen super fleißig! Mich hat der Ehrgeiz gepackt. Ich will wieder schneller werden. Das da die Intervalle manchmal auch wehtun gehört wohl dazu. Vor allen Dingen dann, wenn man merkt, dass man sich die Einheiten zu lange gemacht hat. Letzten Dienstag wollte ich 4×1000 Meter zwischen 5min und 5:30min laufen. Das war wohl ein bisschen drüber, ich muss zugeben, ich musste zwischendurch anhalten. Meine Beine und die Lunge kamen mit dem Kopf nicht mit. (Deshalb wiederhole ich die Intervalle jetzt auch nochmal, dann sollte wieder eine Steigerung drin sein.)

Intervall

Dafür lief der lange Lauf schon ganz gut und da machen sich die Intervalle langsam bemerkbar. Es wird langsam etwas besser und ich schaffe es meinen Puls unten zu halten und ziemlich gleichmäßig zu laufen.

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Nächste Woche will ich jetzt nochmal richtig Vollgas geben bevor dann eine Woche chillen und relaxen auf Rügen ansteht. Meine Reisebegleitung ist Nicht-Läuferin, weshalb sich die sportliche Betätigung auf Wandern und vielleicht ein bisschen Yoga beschränken wird.

Die Pausen-Woche will ich sowieso ca. alle sechs Wochen einfügen in der Hoffnung, dass ich danach dann wieder nen Push bekomme und jedes Mal ein Stückchen weiter voran komme und schneller werde.

Die Entdeckung der Langsamkeit

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Mein Ziel ist es momentan möglichst so langsam zu laufen, dass ich meinen Puls deutlich unter 140 halte (meine – vermutliche – aerob/ anaerobe Schwelle). Ich will ja schließlich wieder längere Strecke laufen um dann irgendwann wieder Marathon zu laufen. Schnelligkeit spielt also gerade so gar keine Rolle in den normalen Laufeinheiten.

Und ihr kennt das, man läuft los und merkt auf den ersten Schritt schon: Heute hab ich den Rhythmus, es läuft sich einfach und gleichmäßig, ohne dass ich darüber nachdenken muss.
Genauso war war es heute nicht. Die Bedingungen waren eigentlich ideal (Wetter perfekt, Uhrzeit gut, der Abstand zum letzten Essen genau richtig) aber irgendwie bin ich überhaupt nicht in den Flow gekommen. Mein Ziel war einfach 100 Minuten so zu laufen, dass der  Durchschnittspuls unter 136 liegt, die Trittfrequenz für dieses Tempo anständig ist und das alles möglichst gleichmäßig und gechillt. Wenn man sich das Ergebnis anschaut hat das eigentlich ganz gut geklappt. Die Trittfrequenz ist ok, der Kilometerschnitt so wie ich ihn momentan bei einem langen, langsamen Lauf erwarte und der Puls mit 134 auf jeden Fall unter 136. Dennoch war es irgendwie mühsam, ich hab ständig auf die Uhr geschaut, damit der Puls auch ja nicht über die 136 (max. 140) rutscht.

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Was ich auf alle Fälle gut finde, ist dass ich es geschafft habe, dass ich komplett durchgelaufen bin. Keine Gehpausen mehr und ich musste eigentlich eher schauen nicht zu schnell zu laufen.
Es scheint also nicht mehr komplett unrealistisch in nicht ganz mehr 7 Monaten einen Marathon unter 4:00h zu laufen, auch wenn er 650 Höhenmeter hat.
Um dahin zu kommen ist das Ziel bis Weihnachten jetzt die Grundlagenausdauer (insbesondere in Verbindung mit Höhenunterschieden) weiter auszubauen und danach sind immer noch mehr als drei Monate Zeit um das Tempo voranzutreiben. Außerdem mache ich ja aktuell schon einmal die Woche Intervalltraining. Wenn ich ab Oktober dann auch wieder ins Functional-Training einsteige kann also eigentlich nicht mehr viel schief gehen…

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