Großstadtsingle – Fünfte Etappe, Singleurlaub

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Fünfte Etappe – Singleurlaub

>>Singleurlaub, der<< umgangssprachliche Definition: geführte Reise bei einem großen Reiseanbieter. Dient alleine der Beendigung des Singlestatus.
Allgemeine Definition: Reise eines alleinstehenden Menschen.

Wenn man verreist wird man normalerweise immer als erstes gefragt, wo es hingeht, wie lange man weg ist oder ob man eher Kultur-, Sport- oder Erholungsurlaub macht.

Nicht so, wenn man Single ist.

Hier sieht die erste Frage gleich ganz anders aus:
„Wer geht mit? Du gehst doch nicht etwa alleine?!?“
Hui, das klingt es mal nach Verbrechen und ist ein bisschen irritierend und absurd!
Ich meine, ich sag ja auch nicht: „Wie dein Partner geht mit? Du willst doch Urlaub machen!“ Etwas differenziert betrachtet kann man es ja auch eher so sehen: Es gibt mehr als genug Studien die das Pärchenverhalten im Urlaub analysieren und untersuchen, eine Studie über Singleurlauber kenne ich bisher noch nicht. Und bei dem Schluss auf den die meisten Studien kommen, nämlich dass sich viele Pärchen im Urlaub streiten, trennen oder gar nicht erst miteinander reden, könnte man ja schon meinen diese Frage wäre durchaus berechtigter.

Na ja als gönnerhafter Single denke ich dann erst mal ein bisschen an Neid. Schließlich muss man sich nicht abstimmen (Reiseziel, -dauer, -zeit, -art) und man kann sich in einem Singleurlaub ja auch mal komplett gehen lassen. Es gibt keinen der einem hinterher Vorwürfe macht und auch peinliches Verhalten kann einem egal sein, es gibt erst mal keinen der einen damit aufzieht.

Auch so eine Art Sinnesreise, gerne als Selbstfindungstrip bezeichnet, lässt sich ja alleine viel besser angehen. Schließlich kann man sich alleine im Urlaub viel besser auf sich selber konzentrieren.

Oder, das soll es ja auch geben, man wählt die klassische Variante des Solo-Singleurlaubs: Man sucht sich einen der vielen Reiseveranstalter und begibt sich auf Kuppelreise. Ob man dabei wirklich die große Liebe finden kann wage ich ein wenig zu bezweifeln. Aber entspannt gemeinsam Spaß zu haben hat auch was für sich und immerhin entfällt so das lästige Partner-Abtasten. (Trägt er/sie einen Ring, deuten irgendwelche Bemerkungen auf eine/n Partner/in hin…)

Nach meinem letzten Urlaub weiß ich auf jeden Fall, das ich den nächsten Urlaub alleine machen werde. Denn ich habe mich überzeugen lassen, nicht alleine zu gehen. (Es war nur gut gemeint, von meiner Familie, die mich nicht alleine/“einsam“ gehen lassen wollte.) Es war sehr schön, aber ich muss zugeben, dass es mir schwer gefallen ist, mich auf meine Mitreisende einzulassen und mich gleichzeitig zu entspannen und fallen zu lassen.

Da ich auch schon meine allererste große Reise (mit 19/20, Neuseeland, ein Monat Nordinsel) unbedingt alleine machen wollte, weiß ich auch, dass ich dazu in der Lage bin und alleine sogar viel mutiger bin. (Ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, mich kopfüber nur mit nem Seil an den Füßen in die Tiefe zu stürzen, wenn irgend jemand dabei gewesen wäre, der mich kennt). Vier Monate Praktikum in Westafrika und das Wissen, das man sich mit englisch, rudimentärem spanisch und einem netten (manchmal hilflosen) Lächeln überall auf der Welt durchschlagen kann pushen das Ego diesbezüglich natürlich auch nach oben. „I can conquer the world“

Ich bin natürlich durchaus gewillt mein Konzept zu überdenken, wenn der Seelenverwandte noch auftaucht. Aber für den Moment finde ich den Gedanken an Urlaub alleine dann doch ansprechender.

(Ausnahme: Abenteuer-Urlaub
Nächstes Jahr steht vielleicht Kajak-Fahren in Slowenien auf dem Programm, das fände ich mit einer Gruppe großartig und so wie es aussieht gibt es auch schon ein paar die freiwillig mitkommen.)

 

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