Personal Coach – Nur eine Möglichkeit seine Ziele zu erreichen?

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Trainer, ja oder nein?

Nadin von Eiswürfel im Schuh hat kürzlich einen Blog-Beitrag geschrieben zum Thema Trainer, und ob/warum es sinnvoll sein kann sich einen zu suchen.

Ich mache mir darüber Gedanken seitdem ich mehr will, als nur ein paar Kilometer zu joggen. Von dem Moment an, als ich meinen ersten Halbmarathon vor Augen hatte (bei dem ich nie angetreten bin, weil ich die Woche davor den Blinddarm raus bekommen habe) wollte ich dabei Unterstützung. Ich wollte sicher sein, das Training richtig und sinnvoll anzugehen. Damals hatte ich einen Trainingsplatz beim KRZ-Team gewonnen und war dadurch super ganzheitlich vorbereitet.

Als dann der erste Marathon gemeldet war, war mir klar, ich möchte den Weg nicht alleine gehen. Deshalb: Ich bin absolut PRO Trainer. Und das obwohl ich seitdem ich 16 bin laufe. Ich war immer unverletzt und ohne Trainer, Verein oder Sportstudio.

Die Hauptgründe die für mich dennoch für ein Training mit Trainer sprechen, sind

  1. Ich trainiere gezielter und damit spare ich Zeit und Einheiten, die mir keinen Fortschritt bringen.
  2. Es hilft mir Verletzungen vorzubeugen.
  3. Es hilft mir nach Verletzungen vernünftig zu trainieren und nicht Zielen hinterherzuhetzen, die mit Trainingsrückstand nicht mehr zu schaffen sind.

Nachdem im letzten Jahr klar war, dass ich meine Marathon- und Triathlonziele für 2018 begraben kann, war Sport bis März so ziemlich das unwichtigste überhaupt. Es ging von 200% ratz fatz auf 0%. Um mir da wieder einen Ausweg zu zeigen, brauchte es dann meinen Hausarzt und Sportmediziner, der mir einen Ausweg mit seiner Aussage schaffte: „Frau Müller, wenn Sie wieder laufen wollen, müssen Sie viel mehr Muskeln aufbauen! Und wenn wir mit Proteinen nachhelfen müssen. Außerdem sollten Sie sich einen Personaltrainer suchen, der Sie gezielt dabei unterstützt“ – Der Gedanke war also naheliegend, das Thema mit der Kraft nicht alleine anzugehen.

Von der ersten Kontaktaufnahme Ende Januar 2018 hat es dann dennoch bis Mitte August gedauert. Neben vielen Kleinigkeiten, die das ganze immer wieder aufgeschoben haben, war es vor allen Dingen mein „Schweinehund“ – ich wollte nicht mit jemandem trainieren, der mich eigentlich in einem ganz anderen Fitnesszustand kennt. (Max hatte mir schon geholfen die notwendige Kraft für den ersten Marathon aufzubauen – mein bis heute schnellster…) – Blödsinniger Gedanke im Nachhinein! Genau dafür brauchte ich ja Unterstützung, endlich wieder fit werden um sich in gewohnten Gefilden bewegen zu können. Seitdem ich das überwunden habe geht es langsam aber stetig bergauf.

Und deshalb hab ich demnächst quasi sogar drei Trainer:

  1. Max, der dafür sorgen soll, das mich mein Körper künftig wieder schmerzfrei durch die Gegend trägt und dafür, dass ich gezielt Muskulatur aufbaue.
  2. Ein Trainer als Hilfe und Unterstützung bei der Lauftechnik. Ab März will ich noch mehr Augenmerk auf die Lauftechnik legen. Bis dahin, muss ich neben mehr Rumpfstabilität (Trainer 1) einfach noch mehr Grundlagenausdauer erreichen. (Stichworte für die Arbeit mit Trainer hier: Trittfrequenz, Schrittlänge, Bodenkontaktzeit und vertikales Verhältnis). Hier unterstützt mich hoffentlich der Lauf-Flo, der bei den letzten Verletzungen immer als Aufbauhilfe in der Physio geholfen hat.
  3. Beim Schwimmen: Ich habe mich endlich überwunden, meine Hass-Disziplin anzugehen (und nein, es ist keine Love-Hate-Relationship, es ist nur Hass und Verzweiflung – egal, wie sehr ich versuche es mir schönzureden.) Ab März mache ich vier Wochen lang zwei Trainingseinheiten die Woche Schwimm-Technik-Training. Hoffentlich bin ich dann bis zur Freibadsaison so fit, dass ich die 50 Meter Bahn nicht mehr als Marathon empfinde…

Vielleicht ist es übertrieben gleich so ranzugehen, wenn man kein Profi-Sportler ist. Aber mit jedem Rückschlag (die gibt es leider immer noch regelmäßig) merke ich, dass es gut ist, wenn man beim Aufstehen nach jeder Unterstützung greift, die man bekommen kann.

Es nimmt mir die Angst im Umgang mit mir selbst. Ich kenne meinen Körper so nicht und das Training mit Trainer und Trainingsplan ist da einfach perfekt um mir die Unsicherheit zu nehmen. Außerdem sehe ich mit jedem neuen Trainingsplan, dass es Fortschritte gibt. – Auch wenn ich immer noch nicht das Gefühl habe, dass es so ist.

Meine persönliche Meinung ist also ganz klar. Trainer? – Ja, aber ich würde nicht mit jedem X-beliebigen trainieren. Abgesehen vom Schwimm-Trainer kennt mich jeder mit dem ich trainiere schon in unterschiedlichen Verfassungen und genau deshalb können sie mich am Besten unterstützen. Bequem ist das nicht immer, aber wie heißt es so schön:

„Life ist not meant to be lived in your Comfort-Zone“

Zum Schluss noch, ja, es ist ein teurer Spaß. Aber, und das musste ich auch auf die harte Tour lernen, die Krankenkassen lassen einen leider oft im Stich wenn man sie am nötigsten braucht. Um nicht wieder in die Situation zu kommen, Physiotherapien selber zahlen zu müssen ist die Investition in einen Trainer dann doch die 1. günstigere und 2. vorbeugendere Variante!

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Wo stehe ich gerade?

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Lange ist der letzte Blogbeitrag her.

Eigentlich habe ich einen halbfertigen Eintrag über den Staffel-Triathlon an dem ich teilgenommen habe.
Ich habe darüber geschrieben, wie viel Spaß es gemacht hat, wie toll es war mal wieder an einer solchen Veranstaltung dabei zu sein. Das alles ist richtig, aber irgendwie hatte ich keine Lust darauf ihn zu veröffentlichen.

Ich denke, es hat keine Rolle gespielt. Ich trainiere, ich laufe auch wieder. Ich arbeite auch regelmäßig mit einem Personaltrainer. All das tut mir unglaublich gut. Aber der Bandscheibenvorfall hat mich lange blockiert. Sowohl körperlich als auch mental. Das ich zwischendurch zweimal heftig gestürzt bin und mehrwöchige Sportpausen in Kauf nehmen musste hat da nicht geholfen. Meinen Rücken kann ich nach solchen Pausen nicht gleich wieder belasten.
Für mich heißt das: Nach jeder Pause brauch ich erst wieder die volle Stabilität und das Vertrauen in meinen Core um wieder zu laufen. Ein kontinuierliches Training war dieses Jahr so kaum möglich.

Aber jetzt: Seit circa einem Monat kann ich wieder aufbauen, ich werde stärker und komme endlich vom „Gesundheitstraining“ weg.
Ich habe so Bock auf Kraft und Stabilität und das einzige, das mir gerade so fehlt, sind die langen Herbstläufe am Samstagmorgen.
Ich bin seit 6 Wochen dabei mit meiner neuen Pulsuhr ein Trainingsprogramm für einen 10-Kilometer-Lauf abzuspulen. Am 31.12 werde ich an einem Silvesterlauf teilnehmen und denke mit dem Garmin-Anfängerprogramm sollte das auch mit meinem Rücken gelingen. Die „langen“ Läufe sind also Läufe mit 40 Minuten im GLA-Bereich. Das ist mäßig spannend, wird aber schon einfacher und runder. Und Intervalle sind ja auch immer noch dabei um mich herauszufordern. Die haben es auch in sich, obwohl ich das nicht gerne zugebe… (Mein Ego ist beim Laufen schon ein bisschen angekratzt davon, dass ich so stark abgebaut habe.)

Dafür merke ich gerade, dass sich meine kontinuierlichen Trainingseinheiten mit den Physiotherapeuten und die Arbeit mit dem Personaltrainer langsam auszahlt. Jetzt zieht auch hier das Training wieder an. Ich bekomme mehr und mehr Kraft in meinen Körper. Der Trainingsplan meines Trainers hilft mir auch die Defizite im rechten Oberschenkel durch den Bandscheibenvorfall und die zu späte Diagnose wieder auszugleichen und wieder sicher im Umgang mit meinem Körper zu werden.

Take your time – recharge – come back stronger

 

 

Fertig

Vor zwei Wochen habe ich Sie fertiggestellt:

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Meine Projektarbeit – etwas länger als gedacht, aber sie hat es auch in sich!

Ich bin froh, das ich damit durch bin! Ich hatte viel Spaß daran, mehr über die Themen zu erfahren, aber die Doppelbelastung mit einem neuen Job und dem Studium ist manchmal schon einfach viel. Das ich jetzt zumindest diesen Teil hinter mir hab, nimmt mir doch ganz schon Druck raus. Jetzt steht noch die Vorbereitung der Präsentation an und dann die Präsentation selber.

Physisch geht es wieder bergauf. Momentan bin ich auf mich alleine gestellt, weil sich die Versicherung etwas quer stellt. Das ist besonders blöd, weil die Diagnose mittlerweile etwas anders ausschaut. Ich hab mittlerweile einen neuen Orthopäden der festgestellt hat, das sämtlich Ärzte (Orthopäde, zwei Radiologen, Hausarzt und Neurologe) die Bilder nach dem ersten Befund nicht mehr angeschaut haben. Der erste Radiologe hatte einen Bandscheibenvorfall nicht aufgeführt in seinem Bericht, deshalb gingen bisher immer alle davon aus, dass es sich lediglich um Vorwölbungen handelt. Tja, das erklärt auch so ein bisschen, warum ich immer wieder so heftige Schmerzattacken hatte und sich mein rechtes Bein so kraftlos anfühlt. Der Orthopäde hat noch bevor er die Bilder vom MRT gesehen bemerkt, das mein rechter Gluteus Maximus deutlich kleiner ist als der linke! Wenn ich auf dem rechten Bein stehe kann mich mit dem kleinen Finger aus dem Gleichgewicht bringen.
Zumindest weiß ich seitdem woran ich arbeiten muss. Ich arbeite jetzt auch an meiner Kraft in den Beinen und im Po. Rumpf-, Bauch- und Rückenmuskulatur werden weiter trainiert und ich mache wieder mehr Stabi-Training. Auch die wenig geliebte Mobility-Einheiten werden jetzt noch etwas ausgebaut und ich bin sehr zuversichtlich, das ich bis zum Ende des Sommers wieder mehr als 5 Kilometer am Stück laufen kann.

Ganz nebenbei verliere ich den Gedanken an einen Mini-Triathlon nicht aus den Augen und versuche mich am Kraulschwimmen. Mühsam ist alles, was ich dazu sagen kann. Ich hasse Kraulschwimmen, ich bekomme es einfach nicht hin! Ich habe immer gedacht, das meine Ausdauer durch das Laufen echt gut ist – beim Schwimmen bekomme ich Schnappatmung!

Druck

 

flow oder fight?

Beim Laufen gibt es bei mir zwei Modi:

Flow und Fight

Flow
Das sind die Läufe bei denen alles passt, man sich wohl fühlt und man ewig weiterlaufen könnte. Manchmal dauert es auch bisschen bis ich in diesem Modus ankomme. Ich schaffe das meist nur bei Läufen die länger gehen als eine Stunde.
Das sind die Läufe, wegen denen ich das Laufen angefangen habe und weshalb ich immer wieder zum Laufen zurückkomme. Das sind die Läufe auf die ich hinfiebere, solche Läufe möchte ich wieder erleben. Denn hier kommt Laufen dem Fliegen am nächsten. Die Geschwindigkeit? – völlig egal, meist eher langsam, manchmal aber auch erstaunlich schnell!

Beim Fight-Modus gibt es für mich noch drei Sub-Varianten:

Fight –  Ich will Vollgas und hau rein
Ich will mich abreagieren, es zischen lassen, der schlechten Laune davonlaufen oder die gute Laune rauslassen.
In dem Modus laufe ich meine besten Intervalle – Lange GLA-Läufe funktionieren da gar nicht. Momentan versuche ich beim Laufen überwiegend in diesen Modus zu kommen. Schließlich sind gerade rein physisch nur Intervalle  angesagt.

Fight – Der Körper ist langsam und mag nicht
Die Beine sind schwer, selbst die Arme schwingen nur mühsam mit. Und schnell, das geht heute gar nicht. Dieses Gefühl beim Laufen stellt sich ehrlicher Weise dann ein, wenn ich übermüdet, überlastet oder sonst wie angeschlagen bin. Wenn ich dann trotzdem laufen will um den Kopf frei zu bekommen, dann ist das diese Art von Kampf, bei der man den Kopf über den Körper stellt. Das sind die Läufe die es einem schwer machen dran zu bleiben, denn besonders wirkungsvoll auf den Trainingserfolg bezogen sind sie meist nicht.

Fight – Der Kopf hat keinen Bock
Da ist einfach nur das Gefühl, ich sollte Laufen gehen, Lust habe ich aber nicht wirklich. Allerdings sollte das Trainingspensum schon gehalten werden. Also geh ich doch, allerdings unmotiviert und das endet in der Regel ganz ähnlich wie wenn ich laufe, obwohl der Körper nicht mag. Es sind frustrierende Einheiten, die man eben absolviert. Ob sie immer Sinn machen? – Ich zweifle mittlerweile daran und mache seit meinen Bandscheiben-Problemen solche Einheiten nicht mehr.

Wenn ich also trotz der Tatsache, das Kopf oder Körper keinen Bock auf Laufen mehr haben, das Bedürfnis habe zu trainieren, gibt es momentan viel Alternativ-Training.
Das macht derzeit einfach auch mehr Sinn. Ich versuch insgesamt noch mehr Core-Stabilität und -Kraft aufzubauen und auch das ungeliebte Dehnen / Mobility versuche ich dann in solchen Einheiten umzusetzen.

Bringts was? – Zumindest sagt mir mein Gefühl, das es besser für meinen Körper ist, wie eine erzwungene Laufeinheiten an der ich keinen Spaß habe.
Und ehrlich gesagt geht es mir auch nicht so leicht aus dem Kopf, das mir mein Physio bei der letzten Stunde nochmal nahe gelegt hat doch die Sportart zu wechseln. – Deshalb vermeide ich gerade Einheiten, die entweder der Kopf oder der Körper nicht will.

Kampfunfähig, Gehirnjogging, Belohnungszentrum

1. Kampfunfähig

Die letzte Woche war körperlich betrachtet eine Katastrophe. Nachdem ich Montags Training in der Physio hatte ging es kontinuierlich bergab. Jeden Tag ging es meinem Rücken schlechter. Immerhin war es nur eine kurze Arbeitswoche. Körperlich war die aber die pure Qual. Um den Arbeitstag zu überstehen musste ich wieder auf starke Schmerzmittel zurückgreifen. Diese machen aber meinen Kopf matschig und langsam. Nicht gut für die Arbeit und schon gar nicht gut für meine Abschlussarbeit im Studium.

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Eine der wenigen wirklich erträglichen Körperhaltungen, wenn der Schmerz wieder da ist.

Donnerstags bin ich in die Physio geschlichen und mein Physio hat mich wieder  etwas begradigt und meine Trainerin hat mich aufgebaut und zusammengeklebt. Das war der zweite heftige Rückschlag in den letzten vier Monaten. Rückenschmerzen sind ja kein Drama und auch kein Grund sich so aufzuführen, als wäre dass das Ende der Welt. Aber es zerrt so sehr an meinen Kräften und die heftigen Tabletten ziehen mich ziemlich tief runter. Wenn ich die starken Tabletten weglassen kann, geht es nach ein paar Tagen dem Kopf auch wieder besser und ich kann wieder weitermachen. Es ist einfach lächerlich das Rückenschmerzen so einen Kampf auslösen können.

2. Gehirnjogging

Ich habe seit Montag 2,5 Wochen Urlaub. In dieser Zeit will ich meine Projektarbeit schreiben. Deshalb hat mich meine schlechte Verfassung in der letzten Woche auch so richtig runtergezogen. Ich hatte extreme Bedenken, weil mich diese zweite Abschlussarbeit für mehrere Stunden am Tag an den Schreibtisch fesselt und sitzen momentan nicht meine Lieblingskörperhaltung ist. Ich habe schon meinen Vorsatz, die Arbeit in dieser Zeit weitestgehend fertig zu bekommen, davonschwimmen sehen. Aber heute lief es richtig gut und mit meinem Plan immer 1h-1,5h zu schreiben, dann eine halbe Stunde Pause zu machen bin ich auch ganz gut durchgekommen.

 

Außerdem kam mir heute die Idee, dass ich mir ja eine kleine Belohnung verdient habe, wenn ich die Arbeit Ende Juni abgeben muss.

3. Belohnungszentrum

Schon seit Monaten hadere ich mit mir, weil ich mir endlich eine neue Laufuhr kaufen will. Mit meiner Polar M400 hatte ich von Anfang an immer wieder Probleme und auch wenn wir unsere Kopplungsdifferenzen und etliche Abstürze mit Unterstützung des kulanten Polar-Services hinter uns gelassen haben und ich sie trotz ihrer Macken echt lieb gewonnen habe, wird es doch Zeit für mich langsam nach einem neuen Begleiter zu schauen. Schon alleine, wenn es jetzt doch vermehrt Richtung Triathlon gehen soll zeigt die M400 ihre Schwächen. Sie kann nicht mehrere Sportarten hintereinander, sie kann beim Schwimmen keinen Puls messen und und sie kann keine Bahnen zählen.
Ich schaue mich also schon seit einer Weile nach Alternativen um. Und ich hab mich auch ein wenig verguckt. Mein Herz schlägt für die Garmin Fenix 5s. (ich hoffe, bei Garmin ist mir niemand böse, dass ich das Bild entwendet habe)

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©garmin.com

Aber die ist ja sooooo teuer. Deshalb hadere ich jetzt auch schon seit einem halben Jahr und wälze Angebote und warte darauf, dass ich vielleicht irgendwann ein Schnäppchen mache und sie für 350€ erwische. Damit wäre sie immer noch mein bisher teuerstes Sportgadget. (Das Trekkingrad habe ich von meinem Dad übernommen, als er sich ein E-Bike zulegte)

Na ja, sei es drum. Ich habe mir vorgenommen, diese Uhr gibt es als Belohnung, wenn ich meine zweite und letzte Abschlussarbeit für Studienabschluss Nummer drei abgegeben habe. Das ist natürlich eine enorme Arbeitsmotivation. Also geht es morgen früh wieder frisch weiter. (Ich glaube, ich drucke mir das Bild aus und hänge es mir an meine Tür…)

 

Vorfußlaufen

1. Training

Von „Natur aus“ bin ich Fersenläufer. Seitdem ich mit 16 angefangen habe zu Laufen ist es mir bis vor zwei Jahren nie in den Sinn gekommen, daran etwas zu ändern. Dann habe ich eine Laufstilanalyse machen lassen und einer der Punkte die mir damals empfohlen wurden, war im Laufstil flexibler zu werden. Ich habe es dann auch immer wieder zwischendurch in meine Laufeinheiten eingebaut und bin kurze Strecken vorfuß gelaufen, aber eine intensive Umstellung wollte ich eigentlich nie machen.

Aufgrund der Rückenprobleme hatte mir mein Physio aber nahe gelegt, aufs Laufen zu verzichten zumindest aber die Lauftechnik umzustellen und den Umfang zu reduzieren. Auch mein Hausarzt und Sportmediziner hat mir empfohlen die Lauftechnik umzustellen und keine Langstrecken mehr zu laufen. Seine Empfehlung war, ganz auf Vorfuß zu wechseln.

Vorfuß-Ferse
Meine persönlichen Vor- und Nachteile des Vorfuß- / Fersenlaufs

Seitdem ich wieder etwas laufen kann arbeite ich also daran, komplett auf Vorfußlaufen umzustellen. Ich weiß, zu dem Thema Vorfußlaufen gibt es so viele Meinungen wie Läufer. In verschieden Laufforen und von verschiedenen „Experten“ hört man das es für die wenigsten Läufer geeignet ist und das Verletzungsrisiko ziemlich hoch ist. Auf der anderen Seite sind sich auch sehr viele einig, das Vorfußlaufen an sich nicht schlecht ist, sogar gesund und auch natürlich wenn man es beherrscht. Und da liegt auch der Knackpunkt. Vorfußlaufen funktioniert nicht von heute auf morgen. Die meisten Verletzungen beim Vorfußlaufen entstehen durch Überlastungen. Das heißt für mich momentan: GAAANZ langsam, nur geringe Umfänge und nur wenige Einheiten die Woche. Also zweite Disziplin, bei der mir nur mein Dickkopf hilft: GEDULD.
Vorfußlaufen ist merkwürdig und man muss sich schon bewusst darauf konzentrieren, am Besten klappt es noch beim Bergauflaufen, da macht es eigentlich jeder Läufer automatisch. Meine Grenzen sind momentan ganz klar im Fußbereich. Wenn ich gerade richtig gegoogelt habe, dann ist mein „retinaculum musculorum flexorum pedis“ nach dem Laufen müde und gefühlt leicht gereizt. Mit meiner Blackroll-Ausrüstung komme ich leider auch nicht so richtig gut an die Stelle so das ich momentan ganz freiweillig das Laufpensum nicht erhöhe obwohl ich absolut Lust dazu hätte. Und ich mach nach jeder Laufeinheit freiwillig und schon fast mit Spaß noch ein bisschen Lauf-ABC. Nur beim Dehnen müsste ich vermutlich noch konsequenter sein. Denn wenn man seinen Laufstil so drastisch verändert wie ich, darf man nicht vergessen, dass die Muskulatur sich vielleicht noch relativ schnell aufbaut, Bänder und Sehnen benötigen aber deutlich mehr Zeit und Bemühungen um sich an die veränderte Art der Belastung zu gewöhnen.

Das Laufen aber nicht nur in den Beinen stattfindet ist mittlerweile wohl bei jedem (bewussten) Läufer angekommen. Neben der Umstellung in den Beinen versuche ich beim Laufen momentan ganz bewusst darauf zu achten, den Oberkörper stabil zu halten und die Muskulatur anzuspannen ohne zu verkrampfen. – Der Nachteil: Laufen ist für mich eigentlich etwas sehr meditatives, aktuell muss ich mich aber sehr konzentrieren. Ich trainiere das Vorfußlaufen in Intervallen um zwischendurch dem Kopf und dem Körper Pause zu geben und zu entspannen und wieder bewusst ins Laufen zu starten ohne zu schludern. Meinen Oberkörper und Stabilisation trainiere ich zusätzlich in der Physio und ab und zu auch im Studio.
Um mich beim Laufen wirklich nicht zu überlasten laufe ich derzeit nicht öfter als zweimal die Woche mit relativ kurzen Einheiten bis knapp 10 Kilometer:

  1. 5 Kilometer: 500m einlaufen, 9 Intervalle mit 300m schnell und 150m gehen, 450 cool-down.
  2. 9,2 Kilometer: 1km einlaufen, 4 Intervalle mit 1,55km laufen und 500m gehen

2. Der psychologische Faktor:

Ich habe mich in den letzten 4 Monaten oft gefragt, ob ich überhaupt wieder wirklich laufen und so viel Sport machen will. Ich könnte das Laufen und den Sport auch einfach bleiben lassen. Ich hätte dadurch viel mehr Zeit, gerade auch für mein Studium, das ich parallel noch betreibe.
In den letzten 5 Jahren hat Sport in meinem Leben eine Bedeutung bekommen, die ich nie für möglich gehalten hätte. – Meine Familie und meine Freunde vermutlich auch nicht… Seit Januar / Februar sah es auf einen Schlag anders aus. Ich hatte zeitweise so starke Schmerzen, das mir minimale Bewegungen die Tränen in die Augen schießen ließen.  Mein Sportpensum musste ich dadurch fast auf Null runterfahren. Statt bisher zwischen 4-6x die Woche Training waren es maximal zwei Einheiten. Das war in den ersten Wochen vor allen Dingen für den Kopf schwer. Ich hatte eine unglaubliche Angst wieder dick zu werden und meine Energie zu verlieren. Und ja, das ist in Teilen auch eingetreten. Am meisten zu schaffen hat mir aber gemacht, dass ich nicht mehr entspannen konnte und einfach immer (vermutlich auch durch die Schmerzmittel) müde und antriebslos nach der Arbeit war. Mittlerweile kommt die Energie langsam zurück und als ich mich dann zum ersten kurzen Lauf wieder regelrecht aufgerafft habe, kam das Aha-Erlebnis, ja mir tat der Rücken danach etwas weh, aber es ging mir gleichzeitig so viel besser. Der Schleier, der mir vor den Augen liegt macht jetzt langsam Platz. Ich teste also momentan ganz vorsichtig aus, was ich tun kann um die Balance zwischen freiem Kopf und schmerzfreiem Laufen zu halten.

Diesen Sonntag ist mir das richtig gut geglückt. Eigentlich habe ich miserabel geschlafen und war ab 4.00h wach im Bett. Um 7.00h habe ich es dann schließlich aufgegeben, bin aufgestanden und wie von selbst hab ich meine Laufklamotten angezogen. Irgendein Magnet hat mich dann an die Bärenseen getrieben. Obwohl es kein „guter“ Lauf war, war  es vielleicht sogar der schönste Trainingslauf meines Lebens. Ich habe die Gehpausen in den Intervallen genutzt um mich auf meine Umgebung zu konzentrieren und die Ruhe die um diese Uhrzeit herrschte mitzunehmen. (nach 10:00h kann man hier am Wochenende eigentlich nur noch Slalom um Kinderwägen, Walker und Spaziergänger laufen). Der Lauf war genau das, was mir die letzten Monate gefehlt hat. Er ist meine Motivation um dran zu bleiben, genug Geduld mitzubringen, mich nicht zu überfordern um solche Läufe wieder und wieder erleben zu dürfen!

 

Laufgier

Ich habe mich letztes Jahr als (stellvertretende) Beauftragte für Chancengleichheit aufstellen und wählen lassen. In dieser Funktion war ich heute in Stuttgart-Hohenheim zum halbjährlichen Erfahrungsaustausch an Stuttgarts zweithöchstem Arbeitsplatz nach dem Fernsehturm.

Aber warum erzähl‘ ich das und was hat das mit Laufen zu tun? – Nun ja, von der Terrasse des Besprechungsraums hat man einen gigantischen Blick. Einen gigantische Blick vor allem über mein Laufstrecke Bärenseen – Schloß Solitude…

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Das letzte Mal bin ich hier vor über zwei Monaten gelaufen. Es ist eine meiner bevorzugten Laufstrecken, da man hier überwiegend durch den Wald läuft und die Strecke zu Beginn recht lange bergauf geht, man aber den Vorteil hat, die letzten Kilometer nur noch talwärts zu laufen.

Lieblingsrunde

Was ich nicht wusste als ich im Januar hier lief, war dass das für lange Zeit das letzte Mal ist. Schon eine Woche später kam dann meine vorerst letzte Laufrunde. Vermutlich hätte ich mich etwas mehr angestrengt, wenn ich das gewusst hätte…
Na ja, auf jeden Fall hat mich heute richtig das Lauffieber gepackt, als ich diese Aussicht gesehen habe. Noch heftiger wurde es, als mir am Ende auf dem Weg zu S-Bahn eine Gruppe von Läufern entgegen kam, die offensichtlich auf dem Weg zu den Bärenseen war. Die letzten Tage war bombastisch gutes Laufwetter und es juckt mich in den Zehen, die Schuhe zu schnüren. Ich vermisse den „Laufwind“ um die Nase, die Freiheit beim Laufen und das Gefühl einfach loslassen zu können und drauflos zu rennen.
Nicht weiter verwunderlich also, dass ich eigentlich heute meinen Physio fragen wollte, ob ich nicht wenigstens langsam wieder eine kleine Runde laufen kann.

Ich würde hier jetzt gerne den Ton vom Zonk abspielen (kennt das hier überhaupt noch jemand?). Zu meiner Frage kam es nämlich gar nicht. Mein Physio fing zu Beginn der Behandlung damit an über das MRT zu sprechen:
Die Vorwölbungen und der Scheuermann würden viele Probleme der letzten Jahre erklären und ehrlicherweise sprächen sie nicht unbedingt dafür, dass mein Körper zum Laufen gemacht ist. Ich soll mir überlegen, ob nicht andere Sportarten sinnvoll sind.
Tja, nicht ganz so hart hatte ich das schon von meinem Hausarzt gehört, wobei der sich eher auf meine Marathon“karriere“ bezogen hat. Ich könnte durchaus wieder laufen, nur die Langstrecken sollte ich weglassen.
Ich bin nicht begeistert, gar nicht begeistert davon. Ich ohne Laufen, wie soll das denn funktionieren, selbst mein einziges Tattoo bezieht sich darauf!
Ohne Laufen kann ich nicht richtig runterfahren, ich verarbeite beim Laufen meinen Alltag. Ich bin mir auch sicher, meine Umwelt findet mich ausgeglichener wenn ich laufe…

Eine wirkliche Diskussion habe ich mit meinem Physio nicht geführt, aber er kennt mich ganz gut und weißt wie schwer es mir fällt loszulassen und Anspannungen abzuwerfen. Deshalb kamen, glaube ich, nicht viele Gegenargumente, als ich genau die Punkte angeführt habe, um zu verdeutlichen, warum ich es nicht einfach sein lassen kann. Im Endeffekt hat er mir nahe gelegt, dass ich noch viel stärker an meiner Technik arbeiten muss. Das Laufen wird wohl mehr zur Nebensache werden und sobald wie möglich werde ich wieder intensiv ins Functional Training einsteigen.
Das ich das Thema Triathlon dann heute gar nicht mehr angesprochen habe, kann man dann jetzt vielleicht nachvollziehen…

Den Tag muss ich jetzt auf jeden Fall erstmal verdauen.

Kopf hoch
ein liebes Geschenk von einer Freundin

Schon wieder

oder: Einen Dank an meine Physiotherapeuten

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Als Sportler, Pechvogel oder auch einfach nur ungeschickter Mensch bin ich abhängig von ihnen.

Ich gehöre leider nicht zu den Menschen, die supertalentiert sind und deshalb alles was sie ausprobieren auch sofort beherrschen. Das führt dann leider dazu, dass jede Bewegung, die nicht

a. schon jahrelang geübt wurde
b. aufs intensivste vorbereitet und bei der jeder Schritt im passenden Hirnareal gespeichert wurde

damit endet, das mir zumindest mal was weh tut. Teilweise zerr ich mir die unmöglichsten Körperteile oder was bisher nur zweimal geschah ich breche mir sogar etwas. (Am ersten Bruch bin ich absolut unschuldig, ich war ein halbes Jahr alt und bin aus dem Ehebett meiner Eltern gefallen und habe mir dabei den Oberschenkel gebrochen.) Bis auf die Brüche und ein Bänderriss sind die Verletzungen immer harmlos und sorgen bei anderen Menschen nur für Kopfschütteln oder ein wissendes Nicken.
Und immer, wirklich immer sind diese Verletzungen deshalb passiert, weil entweder kein Automatismus da war oder ich die Bewegung vorher nicht ausreichend vorbereitet habe. Naja, Ausnahmen bestätigen die Regel: Beim Bänderriss hat sich beim Schlittschuhlaufen so ein Idiot auf meinen Fuß gesetzt.

Egal wie, es endet seit meiner Begegnung mit einer Hüpfburg 2012 (Stichworte: Geburtstagsparty, endlich wieder Kind sein, verdammt ich bin zu alt) immer damit, das ich am Ende auf professionelle Hilfe angewiesen bin. Lange Zeit war hier Paul mein absoluter Favorit. Er hatte genug Humor und gleichzeitig nicht besonders viel Mitleid mit mir um meinen Rücken in die richtige Position zu bringen und  die Achillessehne mit Folterinstrumenten auszustreichen. Selbst als ich vor Kopfschmerzen (Lernstress durch die Vorbereitung auf die Staatsprüfung) weder Geradeausschauen noch Sprechen konnte, war Paul da. Also was ist passiert mit Paul? – Leider für mich – aber gut für ihn – fanden andere Paul auch gut! Paul wurde abgeworben und arbeitet jetzt im Olympiastützpunkt.

Die Zeit verging, die Welt drehte sich weiter und schon bald musste ich mich auf die Suche nach einem neuen Physiotherapeuten machen. Ich musste echt kurz überlegen, was denn diesmal schuld war. Es war das Functional Training… eine neue Übung, ich meine, es war der „Kettle-Bell-Swing“ – ich hab falsch geschwungen beziehungsweise nicht genug Anspannung im Rumpf gehabt und zack, lief ich nur noch wie so ne alte Frau durch die Gegend. Die nett gemeinte Hilfe des Trainers („Häng‘ dich an die Klimmzugstange“) hat nicht wirklich zur Verbesserung beigetragen. Dafür dann der nächste Tipp: Wenns‘ morgen nicht besser ist kannst du ja zu meinem Physiotherapeuten gehen, die können mit so jemandem wie dir umgehen. (Ja, der Trainer kennt mich mittlerweile auch. Erst kürzlich hat er zu mir gesagt – wohlgemerkt und unverschämter Weise vor meinen Kollegen – Mara, es gibt Leute, die tun sich nie was und dann gibt es dich und mich , wir laufen freudestrahlend auf jede Verletzung zu.)

Na ja, am nächsten Tag wurde es nicht besser und mein Hausarzt hatte ein Einsehen und die selbe Physio-Empfehlung wie der Trainer. Ich rief also in der empfohlenen Physiopraxis an und seitdem (seit ca. 15 Monaten) bin ich da jetzt fast schon Dauergast. Denn zu den diversen Blockaden im Rücken kamen dann die entzündeten Sehnen vom Marathontraining und schließlich das gebrochene Handgelenk. Mit viel Geduld, Humor und Ignoranz (mein Gejammer wird irgendwie nicht weiter ernst genommen) werde ich seitdem wann immer es notwendig wird von John, Marco, Sandro, Pepsi, Martha und Luisa (In der Reihenfolge ihres ersten Erscheinens) physiotherapiert, trainiert und gestärkt. Mittlerweile kennen sie mich so gut, dass nur noch ein müdes Grinsen kommt, wenn ich zugeben muss, dass ich mir beim Aufstehen das Knie verdreht habe oder einfach nicht erklären kann, warum sich der Oberschenkel anfühlt wie gezerrt.

Meine aktuelle Physiotherapie-Phase auf Grund des gebrochenen Handgelenks geht jetzt in den Endspurt und so gerne ich sie mittlerweile auch alle habe: Ich freue mich dann auch darauf mal wieder ohne auszukommen. Viel mitnehmen konnte ich auf jeden Fall und in etlichen Bereichen sind meine Bewegungen zumindest nach meinem Empfinden deutlich flüssiger geworden. Auch der Tipp mal eine Laufstilanalyse zu machen hat mir viel gebracht und ich freu‘ mich drauf auf den nächsten Marathon zu trainieren (Vielleicht wird es der Neckarufer-Marathon).
Gut, koordinative Bewegungen überfordern mich nach wie vor, aber hej, ich will Laufen und maximal noch Radfahren und Schwimmen. Zumba-Tänzer oder Step-Aerobic-Freak werde ich nie werden. Und die Koordinationsleiter ist einfach nicht der natürliche Lebensraum eines Läufers.

Edit (6.11.16):
Es hat keine 24 Stunden bis zum nächsten Flugversuch gedauert. Nachdem ich in den letzten 4 Monaten fast gar nicht gelaufen bin und nur Intervalle trainiert habe, wollte ich heute mal wieder wenigstens gemütliche 10km am Stück laufen. Auf den letzten 500m hab ich dann die Matschstelle auf dem Asphalt zielsicher gefunden.
Das gibt ein paar hübsche blaue Flecken. (Aber das Handgelenk ist heil geblieben…)

flugversuch